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Grafitex
, gegründet im Januar 1977 als Grafitex Cölln, Dengler, Schäfer oHG in Ettlingen-Oberweier, 1980 Grafitex Computersysteme GmbH: „Wir fangen klein an, aber nicht bescheiden. Denn dort, wo Grafitex Fotosatzsysteme installiert hat, haben wir bereits einen sehr guten Namen. Auch wenn unser Name nicht auf den Anlagen und Softwareprogrammen steht: Bis jetzt haben wir nämlich für einen großen internationalen Fotosatz-Maschinenanbieter Hardware, Software und Know-how geliefert. Ab sofort sind wir wir selbst.“
Wir – das sind Steffen Cölln, Hermann Dengler und Günter Schäfer, ehemalige Programmierer oder Anwendungsspezialisten der Firma Funkinform. Sie entwickeln eines der ersten Disketten- und Magnetplatten-gestützten Mehrplatzsysteme mit „intelligenten“ Bildschirmen, d.h. mit Silbentrennung, Zeilenausschluss und anderen Textbearbeitungsfunktionen im Bildschirm. Nach dem Motto: zentral verwalten, dezentral verarbeiten. Wobei – auch das ein Novum – die Zentraleinheit von einem Mikroprozessor gesteuert wird und nicht, wie bisher üblich, von einem Minicomputer.
Alle Geräte heißen nach den Firmengründern Cölln, Dengler und Schäfer „CDS“ mit einer Modellnummer dahinter, z.B. „CDS 430“ das System, „CDS 164“ die zentrale Verwaltungseinhait, „CDS 20“ das Bildschirm-Satzterminal und „CDS 10“ eine einfache Online-Texteingabetastatur mit Laufschriftdisplay. Der lokale Textausschluss macht die Arbeit des Setzers schnell und sicher und ist besonders für interaktive Akzidenz- und Anzeigengestaltung wie auch für Textkorrekturen vorteilhaft.
„Wir plädieren für die arbeitsplatzorientierte Satzverarbeitung“, auch mit zusätzlich ladbaren Silbentrennprogrammen und kundenspezifischen Ausnahmewörterlexika, Arbeitsprogrammen für Tabellensatz und Formelsatz, Seitenumbruch mit und ohne Fußnoten, automatischem Paginieren, Sortieren, Umfang- und Höhenrechnen, Sonderprogrammen für Sporttabellen, Anzeigensortierung und Statistik.
Eigentlich haben Setzereien, die von der Anwendungssoftware ihrer tastaturgesteuerten Belichter und Kompakt-Fotosatzsysteme nicht gerade verwöhnt werden, auf diesen Arbeitskomfort gewartet. Das Grafitex-Marketing ist jedoch mäßig erfolgreich, trotz Vertriebskooperationen mit Chromos in Deutschland und in der Schweiz und kurz sogar auch mit Compugraphic Deutschland. Fehlt das Geld zur Weiterentwicklung? Anfang 1986 geht Grafitex in den Konkurs.

Güttinger GSA, die Satzabteilung der schweizerischen Güttinger AG, spielt in der Übergangszeit vom Blei- zum Fotosatz eine bedeutende Rolle. Sie konzentriert sich – auf Seiten der Ausgabegeräte neutral! – auf die Texterfassung endlos und ausgeschlossen, engagiert sich für die „wiederausschließende“ Korrektur und glänzt durch Silbentrennungen mit hoher Genauigkeit und in vielen Sprachen. Ihr wohl wichtigstes Produkt ist der „GSA 702“, ein frei programmierbarer ausschließender Lochstreifenperforator, auf dem viele folgende Produkte basieren: Perforatoren mit oder ohne Bildschirm, Satzrechner für vielerlei Blei- oder Fotosetzmaschinen, Mehrplatz-Online-Satzsysteme („GSA 761“ und „GSA 780“) mit Floppy Disk und Plattenspeicher.
Ein kleines, kompaktes Einzelplatzsystem, „GSA 762“, behauptet sich erfolgreich gegen Kompakt-Fotosatzsysteme von Berthold, Compugraphic, Linotype u.v.a. und ist, anders als jene, nach Güttinger-Brauch ausgabeneutral. Erst 1976 entscheidet sich Güttinger GSA für ein eigenes kleines Fotosatzsystem, die „Copytronic“ von Dr. Böger Photosatz, und 1979 übernimmt sich das Schweizer Unternehmen mit der Ankündigung eines eigenen Kathodenstrahl-Fotosatzbelichters „GSA 789“. Als Konsequenz übernimmt die deutsche H. Berthold AG die Güttinger GSA samt allen ihren Produkten, lässt das Portfolio aber auslaufen.
Eine spannende Phase, der Übergang vom Blei- zum Fotosatz, und ein bedeutender Anbieter dafür, die Güttinger GSA, sind nach 10 Jahren am Ende.
Ein ausführliches, bebildertes Firmenporträt der Güttinger GSA [106 KB] können Sie über diesen Link herunterladen.

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