Ein dominierender Trend
sind, laut Ifra, „Mergers & Acquisitions“, also Firmenzusammenschlüsse und -übernahmen – nicht nur im Zeitungsbereich: Adobe übernimmt von Navisware die DRM-Technologie „FileLine“, den CAD-Software-Hersteller TFF, Trade and Technologies France. Adstream, GB, übernimmt den Anzeigenversender Quickcut, Australien. Der Prozessorhersteller AMD übernimmt den kanadischen Grafikchiphersteller ATI. Apple übernimmt den Softwarehersteller Silicon Color und damit dessen Farbkorrekturlösung „Final Touch“. Baldwin Technology übernimmt Oxy-Dry (beide: Zubehör und Peripheriesysteme für die Druckindustrie). Die Corel Corp., Kanada, übernimmt mit WinZip Computing deren populäres Datenkomprimier-Utility und InterVideo, einen Anbieter von Multimedia-DVD-Software mit Mehrheitsbeteiligung an Ulead, einem Entwickler von Videobearbeitungs- und DVD-Authoring-Software. Domino Printing Sciences, GB, übernimmt den RFID-Spezialanbieter EIS, Enterprise Information Systems. DTI, Digital Technology International wird von der Private-Equity-Firma Riverside Company übernommen. ECRM übernimmt von Esko Production, DK, die CtPolyester-Produktlinie „DPX 4“, „DPX System“, „DPX Lite“ samt „WorkMates“-Software. EFI übernimmt Jetrion, den Tintenstrahl-Spezialisten für Etiketten- und Verpackungsdruck. Fujifilm übernimmt den amerikanischen Inkjet-Druckkopf-Hersteller Dimatix. Glunz & Jensen, DK, übernimmt die K&F International Inc. und benennt sie um in Glunz & Jensen K&F Inc. Die Heiler Software AG, Stuttgart, übernimmt die OKS Software AG. HP übernimmt den Online-Fotoservice Pixaco. Konica Minolta übernimmt 75,03% der Anteile an dots software, Berlin; Konika Minolta Photo zieht sich Ende März aus dem Fotogeschäft zurück und überträgt das Kamerageschäft an Sony. Leica Camera übernimmt von Jenoptik Laser 51% der Aktien von Sinar, dem schweizerischen Hersteller von Kamerarückteilen. Die österreichische Investmentfirma GEP, Global Equity Partners erwirbt über PA Invest 80% an dem Schweizer CtP-Rekorder-Hersteller Lüscher AG. ACP, Allianz Capital Partners übernimmt die Mehrheit an MAN Roland. Monotype Imaging übernimmt von Heidelberger Druck den Schriftenhersteller Linotype GmbH. Printware, USA, übernimmt Highwater Designs, GB. X-Rite übernimmt die Amazys Holding, CH-Regensdorf, und mit ihr die „GretagMacbeth“-Produkte. Xerox übernimmt den Direktmarketing- und W2P-Spezialisten XMPie. Atex Group Limited, GB, will den Geschäftsbereich Unisys Media von der Unisys Corporation übernehmen; 3/07 ist die Übernahme der Geschäftseinrichtungen vollzogen.

Der amerikanische Verlagskonzern McClatchy Co. übernimmt seinen Wettbewerber Knight Ridder Inc., mit 32 Zeitungen der zweitgrößte Zeitungsverlag Nordamerikas.


An großen Fachausstellungen definieren die „Ipex“ (Anfang April in Birmingham, GB) und die „IfraExpo“ (im Oktober in Amsterdam) die Neuheiten in der Druck- und Zeitungsbranche. Im Detail finden Sie diese in der Langfassung [549 KB] .

„Ipex“ (B.Niemela in DD13.4.): „Die ,Ipex‘ strotzte nur so vor Innovationen. Nicht dass in Birmingham das Drucken neu erfunden wurde, aber Neu- und Weiterentwicklungen begegnete man fast an jedem Stand … Nach der ,Internet-Ipex‘ und der ,JDF-Drupa‘ besinnt sich die Druckindustrie wieder auf das, was über ihren Erfolg oder Misserfolg entscheidet: die Produktion exzellenter Printprodukte. Die Messe machte deutlich, welche großen Qualitätsfortschritte die Branche in den letzten Jahren realisieren konnte. Den Besuchern wurde plastisch vor Augen geführt, welche phantastischen Möglichkeiten der Druck bietet. Ob Magazine, Zeitungen, Bücher, Akzidenzen, Kataloge, Mailings oder Verpackungen – dem Printbuyer steht heute eine große Bandbreite perfekter Produkte zur Verfügung. Veredelte, individualisierte oder in kostengünstigen Großauflagen erstellte Druckerzeugnisse sind nicht nur attraktiv und effizient, sondern brauchen sich auch in keinster Weise vor Internet, TV & Co. zu verstecken.
Übrigens: Welche elektronischen Medien haben in den letzten vier Jahren solche großen Entwicklungssprünge gemacht wie der Druck?“
Endlich PDF! „Nach Postscript kommt, endlich, PDF! Was bei der Datenübertragung schon gang und gäbe ist, wird bald auch in den Ausgabe-Rips, die Drucker, Film- oder Plattenbelichter ansteuern, nachvollzogen. Denn Adobe stellte zur ,Ipex‘ eine ,PDF Print Engine‘ vor, die künftigen PDF-Workflows Beine machen soll. Die neue Druckplattform basiert auf derselben PDF-Technologie wie ,Acrobat‘ und die ,Creative Suite‘, unterstützt das native Rendering von PDF-Inhalten und nutzt die Funktionalität von JDF ...“ (E.Fritz in DS6)
Ein Workflow, zwei Druckverfahren: „Hersteller wie Xerox, Heidelberg, EFI und Screen haben im Umfeld der ,Ipex‘ Kooperationen zur Integration der Druckverfahren Offset- und Digitaldruck innerhalb hybrider Workflow-Umgebungen bekanntgegeben. Kurz gesagt: Die digitale Printtechnologie soll nun in einem gemeinsamen Arbeitsablauf mit bestehenden Offset-Anlagen genutzt werden können. Das Betreiben zweier separater Workflows für eine angestrebte Parallelproduktion wäre somit überflüssig.
Jim Langley, Präsident der Kodak Graphics Communication Group (GCG), hält diese ,Zusammenfuhrung zu gemischten Produktionsumgebungen‘ für eine der offensichtlichsten Entwicklungen der Branchenzukunft. Und Dr. Peter Leu, Leiter Product Management ,Prinect‘ bei Heidelberg, spricht von ,massiver Produktions-Effizienzsteigerung‘ durch derart vereinheitlichte Workflows.
Auffällig ist jedoch, dass die Maschinen- und Workflowhersteller ihre Kunden über diese neuen Möglichkeiten einer gemeinsamen Workflowumgebung für Digital- und Offsetdruck bisher recht spartanisch informieren. Und das ausgerechnet jetzt, wo die Perspektiven für eine integrative Lösung mehr als glänzend sind.“ (M.Schüle in DD27.4.)
Nun gibt der Digitaldruck den Takt an: „Bis heute ist in der Publishing-Branche der Offsetdruck das Maß aller Dinge. Der Digitaldruck war gefordert, die durch diesen gesetzten Qualitätsstandards zu erreichen. Die Qualität war das große Aber, wenn man den Digitaldruck diskutierte: ,Individualisierung und Print on Demand sind gut und recht, aber die Qualität muss auch stimmen – gerade in der Schweiz!‘ Damit war das Thema dann nur zu oft vom Tisch.
In den letzten drei Jahren haben die Digitaldrucksysteme jedoch riesige Fortschritte gemacht und bezüglich Druckqualität zum Offsetdruck aufgeschlossen. Und mit ihren Möglichkeiten zur Erweiterung des druckbaren Farbraums bringen sie jetzt einen ganz neuen Aspekt in die Diskussion …
Natürlich hat auch der Offsetdruck in dieser Beziehung zusätzliches Potenzial, aber es ist doch klar der Digitaldruck, der nun in einem Qualitätsaspekt den Takt vorgibt. Jetzt trägt der Offsetdruck das Qualitäts-Aber auf dem Rücken: ,Die Farben sind schon nicht so brillant wie im Digitaldruck, aber in dieser Auflage ist Offset halt günstiger‘, wird man künftig argumentieren.
Dass wir jetzt eine Trendwende erleben, hat die ,Ipex‘ gezeigt: nicht nur durch die markante Präsenz des Digitaldrucks in den Messehallen, sondern auch in den Statements des Heidelberg-Geschäftsführers Bernhard Schreier. Dieser gab in einer Podiumsdiskussion überraschend offen zu verstehen, dass mit Heidelberg im Digitaldruckgeschäft künftig wieder zu rechnen sei. Der Ausstieg aus diesem Markt sei nicht deshalb erfolgt, weil er nicht an dessen Potenzial glaube, sondern weil der krisengeschüttelte Konzern damals nicht über die Ressourcen verfügt habe, um die Entwicklung wie nötig voranzutreiben.“ (M.Spaar in PZ Nr.2)


Auf der IfraExpo“ spielen Geschäftsmodelle für Zeitungsverlage, Mobildienst-Ideen, Video für Zeitungen eine Rolle.
Die Zeitungslektüre im Internet nimmt zu: „Schlechte Nachrichten für die amerikanische Druckindustrie: Laut einer Studie des US-Zeitungsverlegerverbands lesen immer mehr Bürger Tageszeitungen im Internet. Innerhalb eines Jahres sei ihre Zahl um 30% auf 55 Millionen gestiegen. Diese Zahlen vom November 2005 bedeuteten einen Rekord. Demzufolge lesen 36% aller Internet-Nutzer ihre Zeitungen am Computer. Vor allem im 3. Quartal 2005 sei die Nutzung der Zeitungs-Websites in die Höhe gegangen, als ,die ganze Nation auf die Hurrikan-geschädigte Küstenregion schaute‘, kommentierte der Marketing-Chef des Verbandes, John Kimball.“ (DD23.3.)
Eine Schlagzeile zum Hören und Lesen: „Trotz sinkender Werbeeinnahmen, fallender Auflagen und schwindender Leserzahlen starten die Verlage in Deutschland und im europäischen Ausland derzeit eine regelrechte Offensive für die Zukunft. Dabei sagen Experten, das Medium Zeitung sei längst dem Tode geweiht. Tatsächlich findet im Zeitungsmarkt, wie in vielen anderen Branchen auch, eine Konsolidierung statt. Der Trend zur Größe prägt nicht nur den Akzidenzbereich. Verlage orientieren sich dabei auch über die Landesgrenzen hinaus, um den Markt zu besetzen. Um dies zu erreichen, werden dort ansässige Druckereien übernommen, gibt man neue Tageszeitungen heraus, entwickelt Internet-Portale und baut regionale Radio- und TV-Sender auf: die Multimedia-Zeitung der Zukunft oder das Radio zum Lesen.“ (A.Bötel in DR10)
Die WikiGoogle-Welt: „Spricht man mit den begeisterten Anhängern von Google und Wikipedia, kann man die Dienstleistungen der Verlagshäuser bereits heute auf den Müllhaufen der Geschichte werfen. Scheinbar ist alles Wissen dieses Universums innert Sekunden auf diesen Plattformen abrufbar. Insiderinformationen holt man sich ohnehin auf den Blogger-Seiten – und das Schönste daran: Es ist alles gratis!
Der Medienkritiker Neil Postman wusste darauf eine interessante Antwort: ,Wir wollten Information und ertrinken in Daten.‘ Tatsächlich: Das Bewegen in der ,Bloggosphäre‘ ist eine spannende Angelegenheit, doch sie ist mit großem Zeitaufwand verbunden. Genau da kommen Verlage bzw. die von ihnen beschäftigten Redaktionsteams zum Zug: beim Filtern und Selektionieren der anfallenden Informationsflut. Verlagshäuser agieren da nicht anders als Marktforschungsinstitute oder Geheimdienste.“ (P.Fischer in VS3.10.).

Sollen Journalisten und Redakteure also sich anpassen oder so weitermachen wie bisher? J.Gallo fordert sie in ZT3 mit folgender Grabinschrift heraus: „Samantha Jones, Journalistin, 1961 bis 20xx – Sie hat nie gelernt, ein Video zu bearbeiten oder Fotos aufzunehmen. Sie hatte nie mit einem Blog zu tun. Sie wusste nicht, was RSS ist. Möge sie im analogen Frieden ruhen.“
Allerdings: „Je höher die Online-Nutzung, desto mehr steigt auch die Nutzung von Tageszeitungen.“ (Wolfgang Fellner, Verleger der neuen Tageszeitung „Österreich“, in DS10) Und zur (Internet-)Werbung der Zeitungen: „Eine branchenweite Anzeigenallianz muss der erste Schritt zur Wettbewerbs-Positionsverbesserung sein.“ (Constantine Kamaras, stellvertretender Vorsitzender IAB, Interactive Advertising Bureau Europe, in ZT12)

Fotobücher sind „in“ – und Schlüsselprodukte für den individualisierten Digitaldruck, nicht nur auf der „photokina“.

Kurz vor der Ifra-Ausstellung gibt es eine Neuauflage der „photokina“. M.Scherhag im „Druckspiegel“ 9: „Die ,photokina‘ ist auch eine Druckmesse“; siehe das Gesprächsforum „Die Zukunftsmärkte des Digitaldrucks“.
Die Freude am Fotografieren hält an: „Das Umsatzvolumen für Amateurfoto- und ausgewählte Imaging-Produkte übertraf 2005 mit 6,101 Mrd. Euro das Ergebnis des Vorjahres um 6%. Dabei konnten stark wachsende Bereiche wie digitale Spiegelreflexkameras, Zubehör oder digitales Fotoprinting den Rückgang in anderen Bereichen kompensieren. In Deutschland wurden 2005 insgesamt 8,4 Mio. Kameras verkauft, davon rund 88% Digitalkameras. Neu in diese Erhebung mit eingeflossen sind hybride Multimediakameras mit Steh- und Laufbildfunktion. Die Entwicklung bei den digitalen Spiegelreflexkameras ist herauszuheben, erzielten sie doch einen Zuwachs im Verkaufsvolumen von 136%.“ (DD9.3.)
Angesichts der Potenziale des Fotomarkts und in Erwartung der „photokina 2006“ blicke die Foto- und Imagingbranche optimistisch in die Zukunft. „Beherrschendes Thema waren die digitalen Spiegelreflexkameras, insbesondere die preisgünstigen Einsteigermodelle mit 10 Megapixeln. Zudem ist auch die Entwicklung der Fotodrucker einen guten Schritt vorangekommen.“ (D.Bischof in VS7.11.)
10 Megapixel? „Die immer höhere Packungsdichte auf den Kompaktkamera-Sensoren ist weniger eine technische Notwendigkeit denn eine Marketing-Folge, weil der oberflächlich orientierte Käufer an der Elektronikmarkt-Fotopalette gern zu der Kamera mit der höchsten nominellen Megapixel-Angabe greift – ohne sich der damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen bewusst zu sein. Und die bestehen in immer rabiateren Rauschunterdrückungs-Algorithmen, die die Hersteller über die Kamerabilder jagen müssen, damit diese nicht schon ab ISO 200 völlig vergrieseln. Aquarellartiges Blattwerk und Gesichter wie aus dem Wachsfiguren-Panoptikum sind die unschöne Folge.
De facto erhält man heute mit einem 10-Megapixel-Kompaktsensor weniger Bild als mit einer ,einjährigen‘ 7-Megapixel-Kamera, denn die meisten Fotosituationen sind halt nicht die optimal ausgeleuchteten, statischen Motive. Fantastisch hohe ISO-Zahlen sind dabei reine Augenwischerei. Wenn schon 10 Megapixel, dann bitte auch ein Sensor mit ordentlich Fläche.“ (C.Meyer und K.Peeck in CT2.10.)
Kameras lernen menschlich sehen: „Nach der digitalen Revolution im Bildauflösungsbereich durch High Definition (HD) steht die nächste bahnbrechende Neuerung bereits vor der Tür. High Dynamic Range Imaging (HDRI) soll die Lücke zwischen Fotografie und Film und dem menschlichen Auge endgültig schließen. Möglich wird dies durch das Erfassen und die Wiedergabe von Helligkeitswerten im Umfang des menschlichen Sehvermögens.“ (DO Nr.14)
Camera Tossing, ein Fototrend aus den USA (DO Nr.14): „Seit kurzem geistert ein neuer Begriff durch die Cyberlandschaft der Online-Foren und Weblogs: Camera Tossing. Dieser neue Fototrend aus den USA hat bereits rund um den vernetzten Erdball Anhänger gefunden. Die neuen Schnappschüsse sind wie gemacht für große Poster in der Büro-Küche oder die Wände angesagter Bars.
Im Herbst des letzten Jahres tauchte der Begriff Camera Tossing im Internet erstmals auf. Was sich dahinter verbirgt, ist simpel: Der Selbstauslöser der Kamera wird aktiviert und die Kamera in die Luft geworfen (engl. toss = emporwerfen). Während diese rotierend durch die Luft fliegt, macht sie Bilder von ganz eigener Art.
Je nachdem, wie lieb und vor allem teuer einem die Kamera ist, sollte sie auch wieder aufgefangen werden. Aber bitte den Blitz deaktivieren. Nichts ist schwieriger, als eine vom Himmel fallende Kamera aufzufangen, nachdem das Blitzlicht die Augen geblendet hat.
Die Fotos, die beim Camera Tossing entstehen, sind oft abstrakt. Sie erinnern an Lasershows oder rein grafische Formenspiele. Mehr Infos dazu gibt es auf http://cameratoss.blogspot.com.“


Auf der Frankfurter Buchmesse findet das 2. „Forum Verlagsherstellung“ statt. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels informiert über sein Projekt „Volltextsuche online“, eine Buchsuchmaschine, die im Februar 2007 ins Netz gestellt werden soll, als Gegengewicht zu „Google Book Search/Buchsuche“; DD12.10.).
Die „Brockhaus Enzyklopädie“ wird crossmedial: außer 30 Bänden Print auch auf einem USB-Speicherstick (DD23.2., S.54).
Die populärsten Weihnachtsgeschenke der Bundesbürger (DD11.1.07): Buch 37%, CDs, DVDs und Videos 31%, Schmuck 16%.


Apple mit Intel-„Macs“: Im Januar, auf der „Macworld Expo“, lässt der Apple-Chef Steve Jobs die Katze aus dem Sack: Apple bringt Intel-„Macs“ mit „Xeon“-Chip an den Markt. Nicht nur die grafischen „Macintosh“-Benutzer fragen sich: Ist der „Inteltosh“ das beste System?“ (Umfrage P.Ebeling und M.Schelhorn bei 4 Anwendern in PX5-6)
Ein paar Stimmen dazu: „Jetzt geht es los! 2006 hat Apple zum Jahr des Intel-Umstiegs ausgerufen. Auf die Anwender kommt damit nach ,PowerPC‘-Umstieg und ,Mac OS X‘ der dritte große Wechsel zu – und diesmal betrifft es sowohl die Hardware als auch das System.“ (S.Hirsch und D.Kottmair in MW2)
„Entgegen aller Gerüchte der Apple-Fangemeinde, dass laut Produktzyklen der vergangenen Jahre der Umstellungsreigen von ,Power PC‘- auf Intel-Prozessoren bei den ,iBooks‘ beginnt, lässt Apple-Chef Steve Jobs in seiner Keynote die Böller krachen: Die ersten ,Macs‘ mit Intel-Prozessoren sind die Nachfolger der bis dato recht neuen ,iMacs G 5‘. Beachtlich ist auch, dass die Leistungswerte der neuen ,Core-Duo‘-,iMacs‘ um 100% über denen des bisher schnellsten ,iMac G 5‘ liegen sollen. Und sie sind nicht nur schnell, sondern sollen auch schneller als geahnt bei den Anwendern sein: Keine 15 Minuten nach dem Ende der Keynote ist auf der Website von Apple zu lesen, dass die neuen ,iMacs‘ binnen drei Tagen lieferbar sein sollen, also greifbar nah.“ (P.Ebeling in PX1-2)

Apple mit Intel: Steve Jobs (links) erhält einen Wafer, aus dem Intel-Prozessoren für die neue „Macintosh“-Generation gefertigt werden.

„Klar ist, dass Apple ab dem neuen ,iMac‘ in der Mainstream-PC-Szene mitmischt. Man muss sich fragen, ob Apple da tatsächlich hinein passt? Fakt ist, dass Apple nach wie vor Hardware und Software verkaufen möchte; in der PC- und ,Windows‘-Welt ist man es aber gewöhnt, dass man die Hardware mit Intel- (oder AMD-)Chipset aus dem Computerladen an der Ecke und die Software dazu woanders kaufen kann. In der Intel-Welt, die ja mit ,MS-DOS‘ ihre Dominanz begründet und mit ,Windows‘ weiter ausgebaut hat, kauft man flexibel und so preisgünstig wie möglich. Wenn man ein bisschen aufpasst, funktionieren trotzdem alle Komponenten (Hardware, Software und Peripherie) zusammen.“ (E.Fritz in DD2.2.)
„Mac mini“ mit Intel-Prozessoren:Apple hat die wesentlichen Kritikpunkte am ersten ,Mac mini‘ ausgeräumt, die Ausstattung deutlich verbessert und das schmucke Kästchen fit fürs Wohnzimmer gemacht. Obwohl das Ganze deutlich mehr als 500 Euro kostet, fehlen nach wie vor Maus und Tastatur. Billigere ,Macs‘ bringt der Wechsel zu Intel-Chips bislang also nicht und auch keine schnelleren – zumindest nicht, wenn Kern- und MHz-Zahl gleich bleiben. Der ,Core Solo‘ rennt dem ,G 4‘-Vorgänger sogar öfter bei für beide Plattformen verfügbarer Software (,Universal Binaries‘) hinterher. Bei ,PowerPC‘-Code ist er wie erwartet noch langsamer. Einen erheblichen Speed-Vorteil bei nativer Software bringt erst die ,Core Duo‘-Variante, die aber auch deutlich teurer ist.
Wer mit einem Intel-,Mac mini‘ liebäugelt, sollte also dessen Einsatzzweck genau bedenken und das Softwareangebot im Auge haben – noch immer gibt es kaum größere ,Mac‘-Applikationen mit Intel-Code.“ (J.Schuster in CT20.3.)
„Der erste Intel-,Mac‘ hinterlässt zwiespältige Eindrücke. In bestimmten Bereichen bietet er klar bessere Leistung, in anderen ist er dem ,G 5‘ deutlich unterlegen, was unsere Praxistests mit der angepassten ,iLife‘-Suite untermauern. Spitzenwerten bei ,Garageband‘ und ,iTunes‘ stehen enttäuschende Werte mit ,iPhoto‘, ,iMovie‘ und ,iDVD‘ gegenüber. Letztere sind so eklatant, dass sich uns der Verdacht stellt, Apple hätte hier etwas zugunsten der Intel-CPU ,nachgeholfen‘.“ (C.Möller in MW3)
Verdoppelt Apple seine Marktanteile? „Ich finde die Zeit extrem spannend! Apple hat zweifellos das beste Betriebssystem und beweist mit dem Prozessorwechsel einmal mehr Mut und Innovation. Viele ,Windows‘-Anwender sind gefrustet, und was von der nächsten ,Windows‘-Version (,Vista‘) in den Markt dringt, ist mehr als ernüchternd. Es gibt Analysten, die mit einer Verdoppelung von Apples Marktanteilen rechnen. Ich auch.“ (H.Ulrich in PZ Nr.3)

Intel oder nicht? (MA5): Das Ehepaar Ochsenkühn ist sich uneins. Simone Ochsenkühn: „Allmählich dreht sich alles um Intel – selbst die jahrzehntelangen Duos Apple/Motorola beziehungsweise Apple/IBM haben die Segel gestrichen. Steve Jobs verbaut schon die neuen CPUs, die es noch gar nicht richtig gibt. Nicht dass ich den Verlust des Intel-Feindbildes beklage, nein, vorbei ist die Euphorie, gemeinsam mit IBM den 64-Bit-Prozessor und damit gegenüber Intel eine Nasenlänge Vorsprung zu haben. Wo wir doch noch vor kurzem auf die unendliche Performance dieser Architektur eingeschworen wurden. Ein Intel ,Core Duo‘ steckt nun drin und bearbeitet unsere Bilder, Texte und Layouts. Tut er das wirklich schon? Ich habe ihn gesehen, gefühlt – naja – nicht geschmeckt, aber immerhin – ich habe ihn bedient, den ,iMac‘ mit dem neuen, doppelt so performanten Intel-Proz. Ich will es Ihnen verraten: Das ist nicht der große Wurf! Das Fortschleudern des Intel-Feindbildes hat sich nicht gelohnt. Anders als damals, als IBM Zulieferer wurde und mit dem ,G 5‘ einen Meilenstein hinlegen konnte, bleibt das Intel-Herz im ,Mac‘ schwach.“
Anton Ochsenkühn ist anderer Meinung: „Endlich, endlich, endlich hat Apple den Schritt getan, und wir als Anwender haben den Nutzen – sprich niedrigere Preise, bessere Verfügbarkeit beim Kauf und höhere Performance. Während der ,iMac‘ nur gut doppelt so schnell sein wird wie der ,G 5‘-Vorgänger, gibt das ,MacBook Pro‘ mit der vier- bis fünffachen Leistung des ,G 4‘-,PowerBooks‘ so richtig Gas. Endlich vorbei die Zeiten, in denen ich im Zug sitzend dem ,Windows‘-Kollegen zur Linken über die Schulter sah und neidvoll erkennen musste, dass seine Intel-Büchse sämtliche Programme in der Hälfte der Zeit zu starten vermochte. Endlich hat Apple sich für einen Prozessorzulieferer entschieden, der auch liefern kann. Erinnern Sie sich noch an die Einführung des ,G 5‘? Im Juni vorgestellt und mit Lobeshymnen bedacht, konnte er in größeren Stückzahlen erst sechs Monate später ausgeliefert werden. Da lobe ich mir Intel: Eine Woche vor der ,Macworld‘ wurde die Prozessorgeneration präsentiert, und schon werkelt ein Spross in unseren ,Macs‘.“
„Windows“ auf dem Intel-„Mac“: „Auch wenn ,Boot Camp‘ noch keine komplett ausgereifte Lösung ist – mit ,Windows‘ nativ auf dem ,Mac‘ hat Apple eine gute Chance, mehr Menschen vom Kauf eines ,Mac‘ zu überzeugen. Dass Apple ,Mac OS X‘ irgendwann zugunsten von ,Windows‘ aufgeben wird, ist allerdings nicht zu befürchten. Ohne das ,Mac‘-Betriebssystem wäre Apple ein Hardwarehersteller wie jeder andere auch. Mit dem ,Mac OS‘, mit ,iLife‘ und den Profiapplikationen steht Apple allerdings allein auf weiter Flur. Niemand kann derzeit eine Lösung wie den ,Mac‘ anbieten. Für Apple ist das ,Mac OS‘ schon deshalb ein sehr kostbares Gut – trotz ,Boot Camp‘ und ,Windows‘.“ (S.Hirsch in MW6)
„Wer will wirklich ,Windows‘? Die Frage habe ich mir auch gestellt, aber es gibt offensichtlich genug Anwender, die in ,Boot Camp‘ eine tolle Möglichkeit sehen, Apple zu mehr Marktanteil zu verhelfen. Der Aktienkurs hat es gezeigt, auch wenn die sprunghaften Kursgewinne nach der Vorstellung von ,Boot Camp‘ inzwischen wieder aufgefressen sind. Für mich jedenfalls bedeutet ,Boot Camp‘ eine prima Möglichkeit, neben ,ernsthaften‘ Anwendungen auch das eine oder andere Spielchen zu wagen, und zwar mit den Games, von denen ich als ,Mac‘-Anwender bislang immer nur träumen konnte.“ (C.Möller in MW6)


Systemarchitektur

Die Dual-Core-Technik mit 2 Prozessoren auf einem Chip – auch „2-Kern“- oder Doppelkern-Prozessoren – kommt in Fahrt (CT6.2.).
Test des ersten „iMac“ mit Intel „Core Duo“ (J.Schuster in CT6.2.): „Für einen sechs Monate vorgezogenen Start lief der Intel-,iMac‘ erstaunlich problemfrei, flott, leise und stromsparend. Apples Versprechen von der doppelten Performance konnten wir bisher nur mit synthetischen Benchmarks, aber noch nicht in der Praxis nachvollziehen. Zumindest lässt der Doppelkern-Prozessor die Leistung bei dafür ausgelegten Programmen erfreulich ansteigen, andere portierte Software läuft ähnlich schnell, wenngleich Apple ,QuickTime‘ und ,OpenGL‘ noch besser an die ,x86‘-Hardware anpassen muss. Der Wechsel der kompletten Systemarchitektur und Codebasis ist Apple insgesamt hervorragend gelungen – besser noch als beim Umstieg auf den ,PowerPC‘ oder auf das ,Unix‘-basierte ,OS X‘. Jetzt heißt es, die Software-Entwickler zu motivieren, weitere Programme zu portieren oder zumindest für ,Rosetta‘ fit zu machen, damit der ,Mac‘-Kauf nicht enttäuscht.“ Die Attraktivität der Intel-„Macs“ werde stark zunehmen, wenn „Windows“ und „Linux“ möglichst hardwarenah darauf laufen, „am besten in einer virtuellen Umgebung, ohne den Rechner neu booten zu müssen. So wird man die Sicherheit und den Komfort des ,Mac‘ genießen können und braucht auf die Programmvielfalt von ,Windows‘ nicht zu verzichten.“
Intel „Core 2 Duo“ sind „die besten Prozessoren der Welt“ (Intel-CEO Paul Otellini), „Intels wichtigste Produktvorstellung in 13 Jahren“ (C/Net; SU10.8.). Mit 2 Prozessorkernen ist aber noch lange nicht Schluss, Intel und AMD werden 2007 erste Quad-Core-CPUs auf den Markt bringen (PF8).
Apples neue „iMacs“ mit „Core 2 Duo“ (CT18.9.; C.Möller in MW9: „Die Big ,Macs‘ kommen“); „MacBook Pro“, 15 Zoll, auf dem Prüfstand: Apples Mobil-„Mac“ mit Intel „Core 2 Duo“ (CT13.11.); Test „iMac“, 17, 20 oder 24 Zoll, mit Intel „Core 2 Duo“ (MW11); Vergleichstest Apple „Mac Pro“ und HP „XW 8400 Workstation“ (PX11-12); Gerüchte über AMD-„MacBook“ und „-iPhone“ (CT27.11.).
Intel „Core 2 Extreme QX 6700“: der erste Prozessor mit 4 „x86“-Kernen (C.Windeck in CT13.11.).

Weitere Systemtrends: CPU und Grafikchip verschmelzen (CT27.11.); Prozessor und weitere Bausteine kommen aus einer Hand (PF11: „PC neu definiert“); Supercomputer auf Basis von 3D-Grafikkarten sind keine Utopie (PF11); werden magnetische Festplatten bald durch Solid State Disks verdrängt? (PF11).
Blu-ray-Disk und HD-DVD: Im Frühjahr sollen die DVD-Nachfolger auf den Markt kommen: erste Blu-ray-Disk- und HD-DVD-Laufwerke im Test (CT6.2.): Samsung „SH-B 022“ (Blu-ray-Disk-Brenner; Test „SH-B 022 A“ in PF5) und NEC „HR-1100 A“ (HD-DVD-Player).
Die DVD-Nachfolger Blu-ray-Disk und HD-DVD starten ab Oktober/November in Europa (CT18.9.); mit „Elephants Dream“ erscheint noch vor dem Verkaufsstart der Stand-alone-Player die erste deutsche (und zugleich europäische) HD-DVD (CT18.9.); „noch tröpfelt Blu-ray- und HD-DVD-Hardware nur in homöopathischen Dosen auf den Markt“ (PF9). Aber rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft erreichen Blu-ray-Disk-Spieler den deutschen Markt (CT13.11.).
„Linux“ auf dem Desktop (CT18.9.): Fast 15 000 „Linux“-Anwender haben in einer Online-Umfrage von DesktopLinux.com Auskunft über den Einsatz des PC-„Unix“ auf ihrem Desktop gegeben. Die beliebteste Desktop-Distribution ist „Ubuntu“ (30%; mit deutlichem Abstand folgen „Debian“ (12%), „OpenSuse“ und „Gentoo“ (jeweils 10%). Die Desktop-Umgebungen „KDE“ und „Gnome“ liegen mit 38% und 35% fast gleichauf, „XFCE“ auf Platz drei kommt auf 10%. Fast 60% der „Linuxer“ surfen mit „Firefox“, bei den Mail-Clients führt „Thunderbird“ mit 36% vor „Evolution“ (19%) und „KMail“ (16%).
Offenbar kann die Mehrzahl der „Linuxer“ nicht ganz auf „Windows“-Anwendungen verzichten: 34% verwenden dazu „Wine“, 17% „VMware“ und 7% den kommerziellen „Wine“-Ableger „CrossOver Office“.
„FreeDOS 1.0“: DOS ist zurück – und für alle frei (XM Nr.5).

Asus und Samsung starten eine neue Geräteklasse: den Taschen-PC oder „Ultra Mobile PC“ (UMPC).

Wettlauf um den ersten Taschen-PC (M.Schechtel in PF5): „Von Microsoft und Intel stammt das Konzept der neuen Geräteklasse ,Ultra Mobile PC‘ (UMPC), die neben Samsung auch von anderen Notebook-Herstellern umgesetzt wird. Asus zählt nun zu den ersten, die mit dem ,R 2 H‘ einen eigenen UMPC im Programm haben. Der Kleinstrechner wiegt 960 Gramm, basiert auf einem Intel-,Celeron M ULV‘-Prozessor und arbeitet mit ,Windows XP Tablet‘. Die Bedienung erfolgt per Fingerspitze oder Stift auf dem 7-Zoll-Active-Matrix-TFT-Display. WLAN nach IEEE 802.11 b/g, ,Fast Ethernet‘ und ,Bluetooth 2.0‘ werden unterstützt.“
Zwar sehe der Hersteller Asus Business-User als „R 2 H“-Kunden, „dennoch hat das Gerät auch im Bereich Multimedia Stärken: Bilder und Videos werden abgespielt, auch MP-3-Player bekommen eine ernst zu nehmende Konkurrenz.“ Erhältlich sei das Gerät ab Sommer. Der genaue Preis stehe noch nicht fest, soll aber unter 1000 Euro liegen.
Dazu ein Kommentar zum Schmunzeln aus dem Apple-Lager (M.J. Lange in MA5): „Microsoft versteht es, PR zu machen. Die neuen UMPCs wurden in Gazetten als der Coup beschrieben. Wer sich allerdings die Wunder-Devices genauer anschaute, musste schmunzeln. Nette Idee, aber mangelhaftes Design. Dazu noch ein Klang wie aus dem Mono-Kofferradio der Siebzigerjahre. Sorry, Samsung und Asus, da müssen wir noch ein paar Nachhilfestunden in Design nehmen.
Unsere Lieblingsfirma hüllt sich wie immer in Schweigen, wie es bei ihr weitergeht. Vielleicht mit einem neuen Video-,iPod‘? Sollte sich dies bewahrheiten, stehen Apple glorreiche Zeiten bevor. Vielleicht kommt er zum 30. Geburtstag. Kein elitärer ,Anniversary Mac‘ wie zum 20., sondern ein Massenprodukt.“
Samsung bringt den ersten UMPC, Ultra Mobile PC „Q 1-900 Ceegoo“ in den Handel (CT10.7.); „Die Zeit für den UMPC ist noch nicht reif“ (Interview mit Ted Clark, Chef der HP-Notebooksparte, in PF7).


Wurm im Apfel: „,Mac‘-Anwender blieben bisher von Angriffen durch Viren, Würmer, Trojaner und anderes Internet-Geziefer weitestgehend verschont. Deshalb öffnen sie meist völlig unbekümmert eMail-Anhänge und arbeiten mit dem bei der Installation angelegten Benutzerkonto, das zur Administratorgruppe gehört. Unter ,Windows‘ werden solche Verhaltensweisen über kurz oder lang bestraft, weshalb man unbedingt Misstrauen gegenüber unbekannten Inhalten hegen und auf Merkwürdigkeiten achten sollte. ,NTFS‘ als Dateisystem und die Arbeit mit einem Benutzerkonto ohne Administratorrechte sind Pflicht. Sonst laufen alle weiteren Schutzmaßnahmen ins Leere.
Eine Firewall ist in ,Windows XP‘ seit Service Pack 2 eingebaut, ein Virenscanner aber nicht – obwohl absolut unverzichtbar ... Natürlich laufen ,Windows‘-Schädlinge nicht unter ,Mac OS X‘. Wenn Sie jedoch über ,MacDrive‘ oder eine Netzwerkfreigabe auf ,Mac‘-Dateien zugreifen, kann dies natürlich auch ein Virus tun – und sie im schlimmsten Fall löschen. Nicht nur deshalb sollte man regelmäßig ein Backup aller wichtigen Daten anlegen.“ (CT2.5.).
Erste Viren für Apple „Mac OS X“ (CT6.3.); der erste Virus für Apple „Mac OS X“, ist da: „OSX/Leap-A“ (MW4).
Apple „Aperture“: „Solch ein unausgereiftes Produkt habe ich von Apple noch nicht gesehen. Unverzeihlich sind häufige Abstürze, die schlechte Raw-Ausgabe und vor allem aus unerfindlichen Gründen verloren gegangene Projekte – das bedeutet auch verloren gegangene Fotos, soweit sie zuvor nicht gesichert waren. Störend auch die fehlende Länderlokalisierung, die das Finden der Tastenkürzel in ,Aperture‘ zu einem Adventure-Spiel macht. Weiter geht es mit der mangelhaften Unterstützung des DNG-Formats und der geringen Anzahl unterstützter Kameras, die Raw-Formate ausgeben können. Die Mängelliste setzt sich munter fort: Die für einen individuellen Workflow ungeeignete Organisation aller Fotos in nur einer Bibliotheksdatei, die fehlende Möglichkeit, Raw-Bilder direkt mit ,Photoshop’öffnen zu können, die fehlenden Exif-Informationen beim Export von Fotos, die sehr hohen Systemanforderungen. Die erste Version können wir keinem empfehlen.“ (Ma.Schelhorn in MW2)
Apple ruft 1,8 Mio. Notebook-Akkus wegen Überhitzungs- und Feuergefahr zurück (MW10), muss wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Aktienoptionen an leitende Angestellte seine Bilanz korrigieren (MW10).

Quarks Update-Politik: „Was hat sich Quark bei der Kalkulation der Update-Preise für ,XPress 7‘ gedacht? Im besten Falle nichts, denn für die Art, wie das Unternehmen mit treuen Anwendern umgeht, findet sich keine Erklärung. Wer in den letzten Jahren zeitnah alle Versionsschritte auf 4, 5, 6 vollzogen, dabei einige 100 Euro pro Update gelöhnt hat, sich mit der unsäglichen 5er-Version und der nicht ,Mac OS X‘-kompatiblen Version 6 gequält hat, dem zieht das Unternehmen jetzt kalt lächelnd weitere 400 Euro für das Update auf Version 7 aus der Tasche. Freuen dürfen sich all jene, die bei der Kombination aus ,Mac OS 9‘ und ,XPress 4‘ geblieben waren – einer bewährten Produktionsumgebung. Sie kaufen sich jetzt einen neuen Intel-,Mac‘, holen sich das Update für 400 Euro und haben einen guten Schnitt gemacht. Auch wenn es verständlich ist, dass Quark gerade diese Kunden erreichen will – so gewinnt man keinen Preis für Kunden-Freundlichkeit! Da helfen auch keine neuen Logos und Marketing-Kampagnen, sondern nur vernünftige Rabatte für treue Anwender.“ (M.Buschbeck-Idlachemi in MW7)

Adobe und Microsoft streiten: „In den Streit zwischen Adobe und Microsoft um die geplante Integration von PDF in ,Office 2007‘ kommt Bewegung. Adobe hat erklärt, nicht gerichtlich gegen Microsoft vorgehen zu wollen. Damit dementiert Adobe die Gerüchte um eine Patentklage gegen Microsoft. Adobe fürchtet, Microsoft könnte mit dem für ,Windows Vista‘ und ,Office 2007‘ geplanten offenen Dateiformat XPS (,XML Paper Specification‘) eine direkte PDF-Konkurrenz aufbauen. Die Marktmacht von Microsoft könne damit das Ende des PDF-Formats einläuten, so Adobe. Nach unwidersprochenen Angaben von Microsoft hat das Unternehmen die Integration von PDF auf Druck von Adobe aus ,Office 2007‘ gestrichen, da Microsoft die Software sonst mit Aufpreis hätte verkaufen müssen.“ (MW8)

„Das wichtigste System im automatisierten Workflow ist das Auftragsmanagement-System.“ (E.Bölke, IRD)

Betriebswirtschaft: Mit welchen Themen sollten sich grafische Unternehmen im neuen Jahr besonders befassen? (Umfrage bei Persönlichkeiten der Branche in DD12.1.) Fazit B.Niemela: „2006 stehen die Kostenreduzierung und die Prozessoptimierung im Fokus.“
„Raus aus der tödlichen Mitte“: Das empfehlen die Unternehmensberater Michael Frühmorgen und Peter Jeschke, weil das mittlere Marktsegment zugunsten von Low Budget und High Quality schrumpfe (PQ9 bzw. VS5.9.).
IRD: Der Optimierungsdruck bleibt
(PQ9): „Die in den grafischen Unternehmen aufgebauten technischen Kapazitäten sind in den letzten beiden Jahren um ca. 5% gestiegen. In 2006 zeichnet sich eine Steigerung von knapp 10% ab. Das ist weit mehr, als die Belebung der Nachfrage füllen kann. Überkapazitäten saugen die Marktbelebung auf. Der Dreischichtbetrieb an 6 Tagen der Woche ist in vielen Unternehmen das Ziel. Vorhandene technische Kapazitäten werden konsequenter genutzt. Der Zwang zur Automatisierung steigt. Die Forderungen des Marktes zwingen zu permanenter Kostenreduzierung und Leistungssteigerung.
Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen der Kunden: Das Denken in Gesamtprozessen nimmt zu. Die Vorteile in der Vernetzung mit Lieferantenprozessen bewirken mehr, als 2 Cent hinter dem Komma. Ein übriges tun Budgetkürzungen, höhere Anforderungen und komplexere Prozesse. Die Kunden definieren die Rollenverteilung zwischen Agenturen und Druckern neu. Zunehmend vergleichbare Produkte müssen kreativer beworben werden. Dies wird von den Agenturen eingefordert. Projektkoordination und technische Umsetzung wird auf andere Dienstleister verlagert. Innovation wird eingefordert. Eine herausgehobene Position nehmen Lieferanten ein, die unaufgefordert in für den Kunden wichtigen Leistungen interessante Alternativen bzw. neue Entwicklungen aufzeigen.“
Auf der IRD-Fachtagung am 28. September in Hanau werden Themen wie diese angesprochen: Transponder, Holospot, I-Paper, DNA-Etikett, elektronische Tinte und 2D-Barcodes.

Geschäftsmodell ASP, Application Service Providing (PI8.6. Bitkom): „Den Unternehmen, die sich für den Einsatz von ASP-Modellen entscheiden, bieten sich Vorteile in verschiedenen Bereichen:
– Kosten-Vorteile. Geringere Investitionskosten; geringere Kapitalbindung; höhere Liquidität; mehr Planungssicherheit durch transparente Kostenstrukturen.
– Technologische Vorteile. Immer aktuellste Software; immer neueste Sicherheitsstandards; geringe Hardware-Anforderungen; Unabhängigkeit von immer kürzeren Software-Lebenszyklen.
– Service-Vorteile. Gewährleistung hoher Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit und Datensicherheit; zentrale Datenhaltung mit weltweitem und zeitlich unabhängigem Zugriff.
– Strategische Vorteile. Schneller Einsatz der Anwendungen; Konzentration auf Kernkompetenzen; dezentrale Unternehmensstruktur möglich (Home-Offices usw.).
Neben diesen positiven Aspekten tragen auch die verbesserten Rahmenbedingungen zur Renaissance von Mietsoftware bei. So ist breitbandiges Internet inzwischen zu adäquaten Kosten verfügbar. Außerdem gibt es heute etablierte Sicherheitstechnologien und ein umfangreiches Angebot zukunftsweisender ASP-Lösungen.“

Berufsbildung: Die neuen Medien müssen erst zu alten Medien werden (Bericht über den Fachkongress Medientechnik auf den Hochschultagen für berufliche Bildung in Bremen: DD4.5.); wie lassen sich die sogenannten neuen Medien in die Berufsbildung integrieren? (M.Schröer interviewt Prof. Dr. Sönke Knutzen von der TU Hamburg-Harburg in DD4.5.: „Man muss natürlich Kenntnisse über Druckverfahren haben; wir sehen aber im Bereich der computergenerierten Medien eher die Aufgabe in der Druckvorstufe.“)
Vernetztes Denken und Arbeiten wird immer wichtiger (H.Ballauf in DD18.5.); Weiterbildung: In der Medienlandschaft sind zunehmend Generalisten (= Spezialisten mit übergreifenden Kenntnissen) gefragt (DD18.5.). Aus- und Weiterbildung in der (schweizerischen) grafischen Industrie (R.Hutter in PZ Nr.3, mit Anbieterverzeichnis).
Wer will, darf, kann? „Die betriebliche Weiterbildung wird immer bedeutender. Doch längst nicht alle, die wollen, können auch. Für viele Unternehmen ist die Investition in Humankapital nach wie vor ein rotes Tuch, bei anderen profitiert vor allem das (oberste) Kader davon.“ (R.Güntensperger in VS2.8.).


Besondere Produkte
LaserSoft erweckt mit der Scansoftware „SilverFast Ai Studio“ High-End-Geräte wie „Topaz“, „Nexscan“ und „Tango“ zu neuem Leben (DS8: „neue Scansoftware für ältere Scanner“).
Softmaker „infiniType 3“: Sammlung von 9999 Fonts im „PostScript“- und „TrueType“-Format für „Win / Mac“ (CT3.4.); „Megafont XXL 2.0“: 12 222 „TrueType“-Fonts auf 2 CDs, mit einer Schriftenverwaltung, „die allein schon fast den Preis wert ist“ (CT29.5.).

Marktübersichten
– Service-Studie: Umfrage bei 15 000 IT-Kunden über ihre Erfahrungen mit 206 Herstellern in 18 Produktkategorien (PF5).
– Das passende Notebook (PF12, mit tabellarischer Marktübersicht).
– Auf dem Prüfstand: 29 Festplatten mit IDE-, SATA- oder SAS-Schnittstelle, Seagate erstmals mit einem 3,5-Zoll-Laufwerk mit 750 GB (CT12.6.). Apropos Festplatten: 1000mal so groß, und doch zu klein – vor 15 Jahren (1991) fassten die größten Festplatten 330 MB; heute liegt die Messlatte bei 500 GB, und selbst das ist oft noch zu wenig (PF6).
– Kalibrierbare TFT-Displays 19 bis 24 Zoll (PS10).
– Content-Management-Systeme: Webinhalte managen (PZ Nr.6, mit tabellarischer Marktübersicht CMS in der Schweiz).
– Der DAM-Markt (SR11.1.).
– Bildbearbeitung: 9 Raw-Konverter (CT6.3.): Apple „Aperture 1.01“, Bibble Labs „Bibble 4.5“, Adobe „Camera Raw“ für „Photoshop CS 2“, Canon „Digital Photo Professional 2.0.3“, Phase One „Capture One 3.7.3“, Nikon „Capture 4.4“, Irident Digital „Raw Developer 1.4“, Pixmantec „Raw Shooter Premium“, Adobe „Lightroom Beta 2.0“; Software-Test: 7 Raw-Konverter für den „Mac“ (MW5): Phase One „Capture One Pro 3.7.3“ (Testsieger), Adobe „Camera Raw 3.3“, Irident Digital „Raw Developer 1.4.5“, Bibble Labs „Bibble Pro 4.6“, Ichikawa Soft Laboratory „Silkypix Developer Studio 2.0.1.4“, DxO Labs „Optics Pro 3.5“, Apple „Aperture 1.0.1“; 5 Raw-Konverter, 4 unterschiedliche Konzepte (PA5, mit Kasten „Was passiert bei der Raw-Konvertierung?“): Adobe „Camera Raw“ und „Lightroom Beta“, Apple „Aperture“, Canon „Digital Photo Professional“, Nikon „Capture“.
– Fotosoftware auf dem „Mac“: 22 Hilfen für Digitalfotos (MW5): Organisieren, sichten („Graphic Converter 5.8“, „Image Ingester 1.10“, „iView Multimedia 2.7“, „Photo Drop 1.0.1“, „Photo Rescue Wizard 2.1“, „XnView/nconvert 1.7“), drucken („Image Buddy 3.3“, „PhotoPrinto 2.0.2“), bearbeiten („Focus Magic 3.0“, „Lensfix und Panotools 3.0.5“, „Lens Tweaker 1.0.1“, „Noise Ninja 2.1.2“), präsentieren (Galerie 5.2.0“, Jalbum 6.2“, „Pan Canvas Pro 1.0.3“, „Photo to Movie 3.3.1“, Calico Panorama 1.0“, „Flaming Pear Freeware 1.9“), kreative Bearbeitung („Image Tricks 1.2“, „LM Stitch 1.6“, „Melancholytron 1.3“, „Photomatix Basic 1.0“).
– 30 Fotopapiere für den Randlosdruck (CT20.3.).
– 8 Filmbelichter von Fujifilm, Kodak, Mantagraphics und Screen (DR1).
– CtP-Systeme für Zeitung und Akzidenz, 2 bis 6 Seiten (DS8), Zeitungs-Plattenrekorder (DS10).
– CtP-Druckplatten (DD9.3.).
– Chemiefreie und prozesslose Druckplatten (DR12).
– 9 Tools zur PDF-Bearbeitung (CT15.5.): Adobe „Acrobat 7 Professional“, Abbyy „FineReader 8“, Iceni „Gemini 5.53“, RL Vision „Image Extraction Wizard 1.0“, Nuance „PDF Converter Pro 3“, PixelPlanet „PdfGrabber 3.0 Pro“, Glyph & Cog „xpdf“, Wolfgang Glunz „pstoedit“, PDFlib „TET, Text Extraction Toolkit“.
– 12 Online-Preflight-Systeme (PQ11): „Print-Check“, „PDFCity.com“, „pdfInspektor3 CLI“, „PDF Online Preflight“, „Certified PDF“, „Jaws PDF Courier“, „FlightCheck Online“, „adweb-connect ad-all“ und „adweb-connect ad-one“, „Asura Enterprise“, „Quickcut Direct“ und „Quickcut Portal“.
– Farbmanagement-Services (PA5): ICC-Profilservice.de, caliprint.de, Hellmer & Triantafyllou, devicelink-colormanagement.com, impressed.de, psoinsider.de, digitalproof.de/Betr_Fachhandel.html, cleverprinting.de, colorsolutions.de.
– Tonerbasierte Digital-Farbdrucksysteme (DR8).
– Large Format Printing: Marktsegment mit Wachstum (PS10, mit Marktübersicht LFP-Systeme).
– Hochleistungs-Kuvertiersysteme (DR9); Postdienstleister (angesichts der geplanten Postliberalisierung in Deutschland; DD14.9.).
– Online-Druckservices: Für wen lohnen sie sich, und was muss man als Kunde beachten? (PA9, mit Übersichtstabelle „Online-Druckanbieter“); Online-Druckereien, „Remote Publishing“ – Visitenkarten aus dem Netz (VE Nr.3).
– Rollenoffsetrotationen für die Zeitungsproduktion (DR10, mit tabellarischer Marktübersicht).
– Zeitungsrotationen in der Schweiz (tabellarische Übersicht in VS3.10.), Akzidenz-Rollenoffset in der Schweiz (tabellarische Übersicht in VS17.10.).
– Who is Who in der Papierbranche? (Liste der Papieranbieter und ihrer Produkte aus Schweizer Perspektive: VS17.1.).
– Branchensoftware: Die Auftragsbearbeitung als Schaltstelle der Medienproduktion (Umfrage R.Güntensperger bei den MIS-Anbietern delta Magic, Printplus, Malifax EP, Hiflex,Heidelberger Druck, Busslinger bxm in VS12.12., mit tabellarischer Marktübersicht für die Schweiz).

Schriften-Hitparade, basierend auf den Verkaufszahlen von Linotype mit Stand 18.4. (PX5-6): Text: 1. „Frutiger“ (Adrian Frutiger 1976), 2. „Neue Helvetica“ (Linotype 1983), 3. „Optima“ (Hermann Zapf 2002), 4. „Helvetica“ (Max Miedinger 1957), 5. „Myriad“ (Twombly/Slimbach 1992), 6. „Futura“ (Paul Renner 1928), 7. „DIN 1451“ (Linotype), 8. „Linotype Univers“ (Adrian Frutiger 1957), 9. „Eurostile“ (Aldo Novarese 1962), 10. „Avenir“ (Adrian Frutiger 1988) – Headline: 1. „Zapfino“ (Hermann Zapf 1998), 2. „Johann Sparkling“ (Viktor Solt 1998), 3. „Bickley Script“ (Alan Meeks 1986), 4. „Trajan“ (Carol Twombly 1989), 5. „Zapfino Extra“ (Hermann Zapf 2003), 6. „Edwardian Script“ (Edward Benguiat 1994), 7. „Papyrus“ (Chris Costello 1983), 8. „Bergell“ (Thomas Finke 1991), 9. „Balmoral“ (Martin Wait 1978), 10. „Wiesbaden Swing“ (R. Kloos-Rau 1992).

„Fraktur, mon amour“ heißt ein neues Buch von Judith Schalansky – mit Schriften-CD (Verlag Hermann Schmidt, Mainz).


Workflow

Zertifizierungen nach CIP 4 und GWG:
Global Graphics: Der „Harlequin“-Rip in der Version „Genesis Release 7.1 R 0“ auf „Windows XP“ wird als erstes kommerziell verfügbare Produkt von PIA/GATF nach CIP 4 „ICS, Interoperability Conformance Specifications“ zertifiziert (PI21.9. CIP 4). Kodak „Prinergy 3.1“-Workflow konform mit den „2005 PDF/X-Plus V 3“-Spezifikationen der GWG, Ghent PDF Workgroup (PI5.10. Kodak); „Preps“ weltweit erstes JDF-zertifiziertes Ausschießprogramm (PI17.10.).
CtPP im Aufwind: Mitsubishi: „CtPP, Computer to Polyester Plate“ mit „DPX 4“, „DPX System“, „SDP-Eco 1630 III“ und „Silver Digiplate“ (R.Güntensperger in VS11.4.); die Lust, mit Polyesterplatten im Offset zu drucken (W.Walenski in PQ4).
Adler-Druck, Bad Elster: CtPolyester mit Mitsubishi „DPX 4“ und „FM-Silverdot“ (E.Friemel in DD27.4.).
Druckerei Landolt, CH-Feuerthalen bei Schaffhausen: CtPolyester mit Mitsubishi „DPX 4“ und „Silver Digiplate“ (E.Friemel in VS11.4.).

Bildpersonalisierung: „Direktmailings sind das Paradebeispiel für die direkte, namenspersonalisierte Kundenansprache – ein klassisches ,Kind‘ des Digitaldrucks. Der Adressat merkt dem Mailing nicht an, dass 500 andere Empfänger den gleichen Brief ebenfalls erhalten haben und genauso persönlich angesprochen wurden. Inzwischen scheinen die Briefempfänger jedoch gegenüber dieser Art der Ansprache immun geworden zu sein, denn die Response-Quote liegt gerade noch bei 1% bis 3%.
Mailing-Fachleute haben festgestellt, dass Empfänger von Werbedrucksachen zehnmal stärker reagieren, wenn sie in farbigen Drucksachen mit Bildern angesprochen werden. Die Kombination aus Text- und Bildindividualisierung ist hierbei nachgewiesenerweise ein geeignetes Werkzeug, um das Interesse des Kunden am Angebot deutlich zu steigern. Die Möglichkeit, geschlechts- und interessenspezifischer sowie emotionaler personalisieren zu können, erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit, dem Kunden ein Feedback abzuringen.
Drei Firmen in Deutschland haben Bildpersonalisierungssysteme entwickelt, mit denen Sie den Namen des Empfängers oder andere Textbausteine in Bilder integrieren können. Der Druckdienstleister benötigt zur Umsetzung dann ,nur‘ noch programmierte Bilder sowie eine ,Excel‘-Datei mit den entsprechenden Textinformationen je Adressat, die entweder immer in das gleiche oder aber in unterschiedliche Bilder integriert werden. Der entsprechend individualisierte Werbedruck erfolgt im Anschluss auf einem digitalen Drucksystem.“ (Editorial K.K. Wolf in DD16.11.)
„DirecType“: Bildpersonalisierung im Digitaldruck, demonstriert mit Kodak „Darwin VI“ und Xeikon (DR7).
AlphaPicture und DirectSmile, Pioniere im Bereich der Bildpersonalisierung, kooperieren beim Vertrieb: ASP-Lösung oder Softwarekauf (PZ Nr.4).
SDV, Dresden: Laut Landgericht Berlin verletzt die Bildpersonalisierungssoftware „DirecType“ keine Marken-, Urheber- oder Patentrechte von DirectSmile (DR7 und PZ Nr.4).

„Intelligente“ Formulare: „Dienstleistungen und Services müssen heute jederzeit verfügbar sein, schnell, effizient, von hoher Qualität und absolut sicher. Daher ersetzen intelligente Formulare im PDF-Format am Rechner zukünftig den klassischen Vordruck auf breiter Front. Intelligente Formulare, die man direkt online bearbeiten kann, kennen und nutzen die Anforderungen und Vorschriften des Geschäftszusammenhangs, in den sie gestellt sind. Für den Anwender bedeutet dies, dass die Dateneingabe leichter und gegebenenfalls automatisch korrigiert wird. Auf der Unternehmensseite liegen die Daten in hoher Qualität vor und können ohne Medienbruch in die Backend-Systeme zur Weiterverarbeitung übernommen werden. Durch die Nutzung qualifizierter elektronischer Unterschriften lassen sich so auch hochsensible Geschäftsprozesse wie die im Sparkassenwesen rechtssicher abbilden.“ (Rolf Saalfrank, Leiter des Ressorts Vordrucke und Verträge beim Deutschen Sparkassenverlag, in PI28.6. Adobe)

ePaper: Quantum Paper, Bloomfield Hills, Michigan, USA, hat mit der Produktion eines elektronischen Papiers begonnen; es handelt sich um ein elektronisches Display, das auf Papier oder andere Substrate „gedruckt“ wird und sogar für „Fernsehen auf Papier“ ausgelegt ist (PI21.3.).
(Noch) Zu früh für eReader: Ifra-Projektleiter Dr. Stig Nordqvist warnt: „Das Thema eReader wurde in der Presse hochgespielt. Im vergangenen Jahr gab es viel versprechende Entwicklungen bei ePaper-Displays, Schwarzweiß mit gutem Kontrast, deutliche Verbesserungen in der Geschwindigkeit z.B. bei ,E-Ink v2.5‘ und der Bridgestone ,QRP‘-Technologie. Es gab auch Good-enough-Farbfilterlösungen von Toppan und iRex Technologies sowie interessante neue Alternativen beispielsweise von Fujitsu. Dennoch bin ich der Meinung, dass die eReader-Geräte bisher enttäuschend sind.“ (ZT8)

Projekte
GMG gewinnt Inter IKEA Systems, den weltweit größten Auftraggeber für Druckprodukte, als Kunden für die Farbmanagement- und Prooflösung „ColorProof“, in Verbindung mit Epson „UltraChrome K 3“-Großformatdruckern (PI18.5. GMG).
Hubert Burda Media wechselt von Quark zu Adobe: Die Produktion der 68 Titel der Burda-Verlage wird von „XPress“ und „QPS“ umgestellt auf das „K 4“-Publishingsystem von SoftCare mit Adobe „InDesign / InCopy“ (PI1.6. SoftCare).
WVW / ORA, die größte Anzeigenblattgruppe Deutschlands (die Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft und Ostruhr-Anzeigenblattgemeinschaft mit 68 Anzeigenblättern in einer Gesamtauflage von 4,7 Mio. Exemplaren) entscheiden sich für eine Anzeigenlösung mit dem Verlags-Managementsystem compass „Advantage“, evolver „AdFrend“ zur Online-Eingabe und Produktionskomponenten von ppi Media (PI6.6. compass).


Internet

Im März wird „Twitter“, ein Kurzmitteilungsdienst (oder „soziales Netzwerk“) im Internet, vorgestellt, der sich leicht über Handys nutzen lässt. Angemeldete Benutzer können Nachrichten von bis zu 140 Zeichen Länge verfassen, die sofort veröffentlicht werden und für angemeldete Besucher sichtbar sind. (SA9.1.11).
Web 2.0: „Das Internet lebt, wächst und gedeiht. Das organische Wachstum und die stetige Veränderung des weltumspannenden Netzes lässt sich nicht mit Begriffen aus der traditionellen Software-Entwicklung beschreiben. Im Jahr 2006 werden sich neue Internet-Angebote an der Philosophie von Web 2.0 orientieren müssen, um erfolgreich zu sein.“ (P.Müller in MW2)
„Web 2.0 steht für eine neue Art, das Internet zu nutzen: Surfer sind zugleich Konsumenten und Lieferanten von Informationen und finden im Gegenzug besser auf sie zugeschnittene Angebote vor.“ (CT20.2.)
Laut dem ehemaligen Amazon-Vordenker Andreas Weigend besteht das Web 2.0 vor allem aus vier Punkten:
– der Aktivität der Nutzer,
– Frontends, welche die Grenzen zu lokalen Anwendungen aufweichen,
– neuen Erlösmodellen
– und offenen Web-Schnittstellen.
Aufsummiert bedeute das: „Das Internet findet wieder zu sich selbst.“ (H.Braun in CT29.5.)
IT-Sicherheit 2006/2007: „Web 2.0 erweist sich als echte Gefahr, und webbasierte Angriffe zielen immer präziser auf Privat-PCs.“ (Bericht über den „Internet Security Threat Report“ in PF11)
Tageszeitung 3.0: „Während sich die Internet-Gemeinde auf Web 2.0 vorbereitet, haben die Tageszeitungsverleger im gleichen Zeitraum zwei Updates auf den Weg gebracht. Die Tageszeitung 2.0 war durchgängig vierfarbig und glänzte mit neuen Formaten, die Tageszeitung 3.0 glänzt mit Fotoabbildungen in Magazinqualität und einer Vielzahl an Sonderwerbeformen. Letzteres ist in der Branche allerdings nicht unumstritten. Denn die meisten Zeitungsverlage verfügen über eigene Druckereien. Das bedeutet, dass jedes Angebot einer neuen Sonderwerbeform, die eine technische Umrüstung des Druckbetriebs erfordert, bei allen Tageszeitungen erst einmal hohe Investitionskosten verursacht, wenn sie bundesweit verfügbar sein soll.“ (VE Nr.4)

Jahreszahlen: Ende 2006 sind nach einer Untersuchung von EITO 60% der Deutschen online, Spitzenreiter sind Dänemark und Schweden mit 77%; Computer stehen in drei von vier Haushalten, Lieblingsbeschäftigung am Computer ist das Einkaufen mit 61%, gefolgt von Reisebuchungen und Musikhören mit jeweils 44% der PC-Nutzer (PK28.3.07 Bitkom).
73% aller deutschen Unternehmen haben 2006 eine eigene Homepage als Infoportal oder/und Online-Shop. Unter den 25 EU-Staaten nimmt Deutschland damit Platz 7 ein, Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder. (PI15.1.07 Bitkom/Eurostat)
eCommerce: Die Umsätze mit Werbung im Internet klettern gegenüber 2005 um 45% auf 480 Mio. Euro, betragen aber nur 3% am gesamten Werbemarkt. Hauptsächlich werben Telekommunikations- und Internetanbieter, Banken und Finanzdienstleister, Handel und Versandhäuser, Medien- und Entertainmentanbieter sowie Autobauer. (PI9.1.07 Bitkom/Thomson Media Control)
Privatpersonen in Deutschland geben 40 Mrd. Euro im Internet aus; berücksichtigt man auch die Transaktionen zwischen Unternehmen, beträgt das Handelsvolumen über 400 Mrd. Euro. Rund 30% aller in Westeuropa über das Internet gehandelten Waren werden 2006 in Deutschland verkauft; damit ist Deutschland Spitzenreiter. (PI15.1.07 Bitkom/Eurostat)
Deutsche bestellen Lebensmittel für 122 Mio. Euro, 11% mehr als im Vorjahr. Häufig im Sortiment sind Delikatessen, Weine und Tiefkühlkost. (PI17.1.07 Bitkom/GfK)
Privater eCommerce wächst um 44% (gegenüber 2005) auf 46 Mrd. Euro; die beliebtesten Produkte sind Bücher, Tickets für Veranstaltungen und Kleidung. Der B2B-Handel wächst um 44% auf 46 Mrd. Euro. (PI25.1.07 Bitkom/EITO)

Live-Tools aus dem Web (PF9): Google gegen Microsoft (M.Schröder); das Geheimnis hinter Programmen im Browser heißt „Ajax“ (C.Wenz); Software immer dabei (Editorial C.Scholze); „dahinter verbirgt sich eine perfide Abo-Falle“ (Kommentar H.Mergard); 12 kostenlose Dienste im Internet (A.Dumont und A.Th. Fischer in CN9, mit Kasten „Der Trick mit ,Ajax‘); Microsoft „Windows Live Search“ als Konkurrenz zu Google (DD28.9.; R.Güntensperger in VS7.11.).
Software immer dabei (C.Scholze in PF9): „Haben Sie auch das fette Office-Paket auf Ihrem PC? Kann gut sein, dass Sie ,Word‘, ,Excel‘ und ,Outlook‘ bald nicht mehr brauchen. Denn Desktop-Software ist out. Jetzt sind neue Online-Tools wie ,Ajax Write‘, ,Gmail‘, ,Google Calendar‘ oder ,Office Live‘ am Zug. Was macht diese Anwendungen so hip? Ganz einfach, sie folgen konsequent dem Gedanken der ultra-mobilen Welt. Als reine Online-Technik können wir die neue Softwaregeneration überall auf der Welt nutzen. Egal, ob am Rechner zuhause, via Notebook im WLAN-Hotspot oder im Internetcafé. Die Programme laufen im Browser, sind kostenlos und kommen immer in der neuesten Version. Das ganze Theater mit Updates, Treibern und nervigen Versionskonflikten gehört der Vergangenheit an.
Aber nicht nur Textverarbeitung und Kalender sind online. Auch Diagramm- und Flowchart-Programme, ,Instant Messenger‘ sowie der populäre Fotodienst ,Flickr‘ sind im Portfolio.
Nachteile der neuen Dienste sind das Abo-Konzept und die ungeklärte Datensicherheit. Der Erfolg der Online-Technik hängt also letztlich davon ab, ob es den Entwicklern gelingt, bald ein zuverlässiges Sicherheitskonzept auf die Beine zu stellen. Erst dann lohnt sich der Einstieg nicht nur für Technik-Fans wie mich, sondern auch für Unternehmen.“

Web to Print verbindet die Druckerei mit dem oder den Kunden, hat vielerlei Funktionsumfänge und arbeitet meist dem Digitaldruck zu. (Bild: Bernd Zipper)

Seit dem ersten „Web-to-Print-Forum – Lösungen und Geschäftsmodelle für dynamisches Publizieren“, am 1.6. in Mainz, hat das nicht von allen Druckern, dafür aber umso mehr von ihren Kunden geliebte „Kind“ einen Namen: Web to Print. Das ist, kurz gesagt, Layouten im Internet (Präsentation Bernd Zippers, zipcon, beim 36. wissenschaftlichen Kolloquium der Uni Wuppertal: C.Höcker in DD11.5.). Web to Print kommt! (Trendberichte von der EFI-Anwenderkonferenz in Las Vegas, USA, in DD11.4. und DD26.5.).

„Ein optimales Web-to-Print-Portfolio geht schon im Basisangebot weit über die einfache Realisation von Visitenkarten und Briefbögen hinaus. Ideal sind neben der Web-to-Print-Funktionalität auch Zusatzfunktionen wie Datei-Up-/Download, Infoboard, Bilddatenbank usw. Web to Print wird also dann besonders ,wertvoll‘, wenn zum einen eine ganze Reihe Kundenvorlagen online verfügbar sind und wenn der Kunde über ein Onlineportal zu dem neuen Portfolio ,gelockt‘ wird.
Letztlich entscheidet der Kunde mit der regelmäßigen Nutzung über den Erfolg oder Misserfolg der neuen Lösung. So dürfen durchaus auch Flyer, Kalender, Tickets, Bücher u.a. im Web-to-Print-Portfolio angeboten werden, allein damit dem Kunden das Potenzial dieser Lösung transparent wird. Gleichzeitig darf man aber nicht aus den Augen verlieren, dass auch die Prozesse innerhalb des Workflows der Druckerei durch Web to Print beeinflusst werden. Hier sollte bei der Konzeption jeder Web-to-Print-Lösung darauf geachtet werden, dass alle Mindeststandards im Druckumfeld eingehalten werden. Lösungen, die nicht mit ,echten‘ Fonts, ,PDF/X‘- und ICC-Daten umgehen können, sind nur Anwendungen zweiter Wahl.“ (B.Zipper in DD1.6.)


Heidelberger Druck: Ende der DI-Technologie? Mit der „Speedmaster SM 52“ samt neuer Farbwerkstechnologie „Anicolor“ in Verbindung mit konventionellen Druckplatten und Offsetfarben bieten die Heidelberger eine neue, interessante Lösung für die wirtschaftliche Produktion von Kleinauflagen. O-Ton: „Mit dieser neuen Technologie, die das Unternehmen Ende Februar vorgestellt hat und die ab Anfang 2007 verfügbar sein wird, lassen sich Rüstzeiten drastisch verkürzen und die Makulatur um bis zu 90 Prozent reduzieren.“
Heidelberger Druck beendet daher die Produktion für Direct-Imaging-Maschinen der Baureihen „Quickmaster DI 46-4“ sowie der „Speedmaster 74 DI“. Heidelbergs Bebilderungstechnologie wird in der CtP-Rekorder-Familie „Suprasetter“ fortgeführt.
„Mit der DI-Technologie blickt Heidelberg auf eine über 15jährige Erfolgsgeschichte in einer Vorreiterrolle mit mehr als 2000 Installationen weltweit zurück. Anwender, deren Fokus auf farbigen Kleinauflagen liegt, werden weiterhin mit ihrer DI Maschine wirtschaftlich und qualitativ hochwertig produzieren können. Heidelberg steht ihnen dazu mit seinem Servicenetzwerk dauerhaft und partnerschaftlich zur Seite", so Andreas Forer, Leiter Produktmanagement Imaging Systems.
Pro DI-Offset, kontra Digital- und Offsetdruck: „Unsere Kunden drucken Produkte, die nicht auf Toner- oder Tintenstrahlmaschinen gedruckt werden können. Sie produzieren außerdem hochwertige Offsetprodukte zu einem niedrigeren Preis, als das mit einer konventionellen Druckmaschine möglich wäre. Wir geben unseren Kunden das Werkzeug, mit dem diese im digitalen Offsetdruck rentabel sein können. Deshalb kaufen sie weiterhin unsere DI-Druckmaschinen.“ (Aus dem Interview mit Stan Najmr, Marketingleiter bei Presstek, in DD24.8.)

Offset light: „Im Mai fanden in Deutschland zwei interessante Veranstaltungen statt, die Meilensteine sein könnten für die weitere Entwicklung des Offsetdruckens. Beides Mal ging es um das Drucken mit Kurzfarbwerken. Veranstaltung Nr. 1: Koenig & Bauer zeigte der Fachöffentlichkeit bei der ,Badischen Zeitung‘ in Freiburg erstmals die mit wasserloser Kurzfarbwerktechnik arbeitende ,Cortina‘ beim Einsatz in der Tageszeitungsproduktion. Wer bislang noch zweifelte, muss sich nun belehren lassen: Der wasserlose, farbzonenfreie Tageszeitungsdruck ist Realität.
Veranstaltung Nr. 2: Die Heidelberger Druckmaschinen AG zeigte deutschen Fachjournalisten das nagelneue ,Anicolor‘-Kurzfarbwerk in einer Vierfarben-,Speedmaster 52‘ im Praxiseinsatz bei Engelhardt und Bauer in Karlsruhe. Der Feldtestdrucker ist mehr als zufrieden mit der Kombination aus Kurzfarb- und Feuchtwerk und möchte möglichst bald auch sechsfarbig mit kurzen Farbwerken drucken können.
Beide Beispiele belegen: Ob mit oder ohne Wasser, die Zeit ist reif für ein Ende des ,Lithografierens‘ in der Offsetmaschine. Druckvorstufe mit CtP, Lasertechnik für das Gravieren der Aniloxwalzen, Temperiertechnik, Verbrauchsmaterialien und die Präzision in den Druckmaschinen sind hoch genug entwickelt, um die Übertragung der erforderlichen Farbschicht auf den Bedruckstoff auch ohne Nachregulierung durch Zonenschrauben zu garantieren. Vertreter beider Druckhäuser nannten Zahlen zur Makulaturreduzierung, Rüstzeitverkürzung und Produktivitätssteigerung, die vielen Druckern im harten Wettbewerb wie Sphärenklänge vorkommen müssen. Und, insbesondere im Fall des vierfarbigen Kleinformatdrucks winken neue Märkte für Offsetdrucker.“ (Editorial T.Fasold in PQ6)
Zeitungsflexo: Offset und Flexo im Vergleich (C.Janischewski interviewt Sergio Vitelli,Consultant „La Stampa“, I-Turin, in ZT10); Zeitungsflexo – 25 Jahre und noch immer Zweifel (H.Mathes in NT Nr.2).

Offset- oder Digitaldruck? „Akzidenzdrucker bekommen oft den Rat zu hören, mit Digitaldruck könnten sie mehr Geld verdienen als mit ihrem Offsetdruck. Die Auflagen würden immer kleiner, die Termine immer kürzer und der Digitaldruck immer besser und billiger. Was nicht gesagt wird, ist, dass der Digitaldruck ein anderes Geschäftsmodell haben muss, mit eigenem Vertrieb, und nicht nur schnell drucken, sondern auch eine schnelle Weiterverarbeitung haben muss. Das erfordert eine weit höhere Investition als nur die Druckmaschine, oft doppelt so viel. Und bis diese Kosten hereinkommen, braucht man einen langen Atem und weiteres Kapital. Daraus folgt: Digitaldruck ist keine Rettung für unrentable Offsetdruckereien!“ (K.K. Wolf in DD21.9.)
Offset plus Inkjet, der „dritte Weg“: „Zwischen den beiden Polen Offsetdruckmaschine und Digitaldrucksystem taucht immer deutlicher ein weiteres Maschinenkonzept auf: die Hybriddruckmaschine, die beide Verfahren in sich vereinigt. Der Grund ist klar: Trotz aller Vorteile eines individualisierten Printprodukts laufen auf vielen Digitaldruckmaschinen meist ,konventionelle‘ Druckjobs. Doch wegen der vergleichsweise hohen Kosten für Verbrauchsmaterialien ist der Digitaldruck in der Regel teurer als der Offsetdruck. CtP sowie automatischer Planeneinzug und Gummituchwaschanlagen haben den Offsetdruck auch bei geringen Auflagen rentabler gemacht. Eine Kombination des variablen Datendrucks mit dem kostengünstigeren Offsetdruck liegt also nahe.
Nicht bei jedem individualisierten Printprodukt werden alle Druckseiten komplett verändert. Wo nur Teile einer Seite variabel sind, können kombinierte Offset-Digitaldruck-Maschinen eine sinnvolle Variante sein. Die Idee ist nicht neu, wird aber virulenter: So hatte etwa Heidelberg schon auf der ,Drupa 2000‘ eine ,Printmaster QM 46‘ mit einem Inkjet-Druckkopf von Spectra vorgestellt. Müller Martini überraschte auf der ,Print 2005‘ mit einer Rollenoffset-Druckmaschine, in der eine Inkjet-Einheit von Kodak Versamark die Individualisierungen vornimmt. Auf dem ,Ipex‘-Stand von MAN Roland wird im April eine Bogenoffsetmaschine mit einem integrierten Inkjet-Werk von Domino zu sehen sein.
Der Kombinationsdruck ist im Kommen. In den bislang lupenreinen Offsetmaschinen tun nicht nur Lackier- oder Flexowerke ihren Dienst, sondern eben auch immer häufiger Inkjetdruckwerke. Natürlich muss an der Druckqualität noch gefeilt werden. Der Offset-Inkjet-Hybriddruck ist aber zweifellos eine der spannendsten Drucktechnologien der Zukunft und wird den Digitaldruck insgesamt weiter voranbringen.“ (Editorial B.Niemela in DD2.2.)
Wem gehört der Digitaldruck? „Die ,Fespa Digital Europe‘ müsste logischerweise ,Large Format Printing Europe‘ heißen, denn die Ergänzung des Siebdrucks für Kleinauflagen und größerformatige Plakate ist der digitale Großformatdruck im Inkjet-Verfahren. Das Wort ,Digitaldruck‘ ist der Uberbegriff für alle digital arbeitenden Druckverfahren, und wenn überhaupt, verstehen Fachleute darunter die xerografischen Druckverfahren, die im A3- oder A4-Druck den Offsetdruck ergänzen.
Es wäre am besten, wenn die Ausstellungen nicht nach der Technik (Digital) oder dem Druckverfahren (Inkjet-Druck) benannt werden, sondern nach den Anwendungen, die mit den Produkten hergestellt werden, oder der Zielgruppe, die man damit anspricht. Das könnte dann die ,Poster Print Europe‘ sein oder die ,Large Format Printers Exposition‘. Dann käme die ,Fespa‘nicht in den Verdacht, durch das Wort ,Digital‘ die Canons und Xeroxes dieser Welt integrieren zu wollen. Denn obwohl deren Drucksysteme digital drucken, sind die Produkte, deren Drucker und Kunden in einer ganz anderen Welt. Was wir brauchen, sind anwendungsorientierte Fachmessen, die klar sagen, was sie wem zeigen wollen.“ (K.K. Wolf in DD13.7.)
Large Format Printing (Special in DT10): Kunst im Trend (A.Starck), LFP-Medien (A.Starck); LFP: Marktsegment mit Wachstum (PS10, mit Marktübersicht LFP-Systeme).

Buchumschläge 2006: Die Top Ten der Cover-Veredelungen sind: 1. Heißfolienprägung, 2. partieller UV-Lack, 3. Reliefprägung, 4. Mattfolienkaschierung, 5. Glanzfolienkaschierung, 6. Leuchtlackierung, 7. Iriodinlackierung, 8. Kontrustanzung, 9. Drucklackierung, 10. Lentikularcover (VE Nr.4).

Dieses Gedicht zur Rechtschreibreform stammt vom DD-Leser Wilfried Diener.

Rechtschreibung ohne Bugs?
„Der ganz große Wurf hatte es werden sollen, als eine Expertenkommission vor fast zehn Jahren ihr Update zur deutschen Rechtschreibung verkündete. Nicht, dass der Markt wirklich danach verlangt hätte – das alte System lief stabil, an gelegentliche Ungereimtheiten hatte man sich gewöhnt. Doch genau mit diesen Ungereimtheiten sollte die neue Version endgültig aufräumen. Der überarbeitete Aufbau folge strenger Logik, das System sei viel leichter handzuhaben und deutlich weniger fehleranfällig, so das Versprechen der Kommission. Selbst skeptische Anwender würden sich in einer langen Übergangsfrist sicher damit anfreunden.
Ein Trugschluss! Es hagelte Kritik von allen Seiten. Kleine Bugs wurden zum Komplettabsturz hochstilisiert. Wichtige, weil meinungsbildende User erklärten schließlich, wieder zum alten System zurückzukehren. Das Chaos war perfekt, zumal nur wenige die neue Version wirklich souverän beherrschten.
Eine überarbeitete Fassung soll jetzt die Nutzer mit dem Update versöhnen. Statt nun aber die Bugs der viel gescholtenen Version 19.96 zu beseitigen, übernahm der Entwickler einfach Teile der Ursprungsversion und ließ ansonsten viel Raum für Beliebigkeit: im Zweifelsfall funktionieren einfach 2 Varianten. Den Anwendern kommt das entgegen. Die meisten von ihnen haben sich ohnehin längst für eine ,customized version‘ entschieden und schreiben, wie es ihnen passt. Nach den Regeln des Marktes also ein Flop.
Als Softwareunternehmen hätte man die Kultusministerkonferenz längst vom Markt gefegt. Außer enormen Entwicklungskosten verursachte die Neufassung vor allem Verunsicherung und Ärger. Auf der gemeinsamen Plattform, die das Update einmal schaffen wollte, wird vermutlich erst die kommende Generation wieder stabil arbeiten – also diejenigen, die von vornherein nichts anderes kennen gelernt haben.“ (M.Reinhardt in DD16.3.)

Der neue „Duden“: „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ in der 24.Auflage, dazu Rechtschreibprüfung „Duden Korrektor Starterbox“ auf CD (MW9). Der neue „Duden“ „… soll dem orthografischen Hin und Her der vergangenen Jahre endlich ein Ende bereiten“ (M.Reinhardt in DD10.8.) Bis zum 31. Dezember können Kunden ihren alten „Duden“ in Zahlung geben und bekommen, je nach Zustand des Buches, bis zu 4 Euro im Buchhandel vergütet.
Erklärungen in „Wikipedia“: Die 1996 reformierte deutsche Rechtschreibung wurde modifiziert und tritt in dieser modifizierten Form am 1. August 2006 amtlich in Kraft. Vor allem bei Fremdwörtern, aber auch in etlichen anderen Fällen werden auch in der neu eingeführten Rechtschreibregelung viele Variantenschreibungen zugelassen (z.B. Orthographie/Orthografie). In der 24. Auflage des „Dudens“ versucht nun der Duden-Verlag, durch die Integration seiner Variantenempfehlungen (gelb unterlegte sog. „Duden-Empfehlungen“) die Variantenvielfalt einzuschränken, was der Intention der „Väter“ der Reform widerspricht. Im „Hinweis zur Wörterbuchbenutzung“, Beiblatt zur 24.Auflage, liest sich das so: „Wer sich an diesen Empfehlungen orientiert, stellt eine einheitliche Rechtschreibung sicher.“
Die reformierte Rechtschreibung wird jedoch nur von einer kleinen Minderheit der deutschen Bevölkerung befürwortet und von einer Mehrheit abgelehnt, wie eine Umfrage belegt, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der GfdS, Gesellschaft für deutsche Sprache ergeben hat.


„Gemischter Zahlensalat“
Kodak/Creo: 10 Jahre Thermo-CtP (PI5.7. Kodak); erste Präsentation der „Thermo-CtP-Revolution“ auf der „Drupa 1995“, Vermarktung ab Mitte 1996.
10 Jahre Noxum mit dem Content-Management- und Redaktionssystem „Publishing Studio“ auf Basis XML (PI19.7.).
25 Jahre CSG, bekannt für ihre Verpackungs-IT-Lösung „Boxsoft“ (DD27.7.).
Apple feiert den 30. Geburtstag (S.Ehrmann in CT3.4.).
Die Festplatte wird 50 Jahre alt (PV9): „Als fester Bestandteil in PCs oder auch MP-3-Playern und DVD-Rekordern ist sie nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Die Festplatte feierte jüngst ihren 50. Geburtstag! Am 13. September 1956 kam der Urahn der modernen Festplatte zum ersten Mal zum Einsatz. Damals hatte sie die Größe von zwei Kühlschränken und konnte lediglich fünf Megabyte Daten fassen. Das ist in etwa so viel wie ein Musikstück in MP-3-Format. Mit rund 25 000 US-Dollar war sie sehr teuer und nur für eine Nutzung im Unternehmen geeignet. Zum Vergleich: Eine 1 Zoll große Festplatte für die Hosentasche bietet derzeit eine Kapazität von 8 Gigabyte und somit Speicherplatz für rund 130 Stunden digitale Musik, 2500 digitale Fotos und acht Stunden Video. Dabei kostet sie gerade einmal 99 Euro.“
Krause verkauft den 50. Zeitungs-Plattenbelichter in Skandinavien – genau: 3 „LS Jet 170“ – an Sydsvensken Tryck, Malmö, Schweden (PI5.12.).
60 Jahre „Druckspiegel“ (DS7).
Der US-amerikanische Physiker Chester Carlson, der Erfinder der Xerografie (1938), wird 100 Jahre alt (DD9.3.).
Adobe „Flash“ auf weltweit 45 Mio. Handys und anderen mobilen Geräten (PI4.1.).

Chester Carlson und sein xerografisches Kopiergerät von anno 1938 – einem Vorfahren des Laser-Digitaldrucks.

150 Jahre Langenscheidt (PV9).
Das Hallmark Institute of Photography kauft 250 digitale Kamera-Rückteile „Aptus 22“ von Leaf (PI14.9. Leaf).
Der Schriftschöpfer John Baskerville wurde vor 300 Jahren geboren (S.Werfel in DR9).
Der 500. Heidelberger-CtP-Rekorder „Supersetter“ wird in Portugal ausgeliefert (VS13.6.).
ECRM Imaging Systems installiert den 1000. CtP-Rekorder, einen „Mako 8 CTP“, bei Goodwin Graphics, Burlington, MA, USA (PI6.3. ECRM).
Kodak hat bei der englischen Offsetdruckerei Dorking Litho das 1500. PDF-Workflowsystem „Prinergy Evo“ installiert (PI13.12. Kodak).
Enfocus hat weltweit über 70 000 „PitStop Professional“-Systeme installiert (PI13.4.).
Der US-Konzern Vistaprint, Online-Unternehmen für Marketing- und Drucklösungen, hat bei der Zahl seiner Kunden die 7-Mio.-Marke in mehr als 120 Ländern erreicht (DR7).
Adobe „Flash“ auf weltweit 45 Mio. Handys und anderen mobilen Geräten (PI4.1.).
Hewlett-Packard liefert den 100millionsten „LaserJet“-Drucker aus; eingeführt wurde er 1984 als weltweit erster Laserdrucker überhaupt (PV9).

Moderater Erholungskurs der Druckindustrie: „Die deutsche Druckindustrie erzielte im Jahr 2006 mit 1641 Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten – 47 Betriebe weniger als 2005 – einen Umsatz von 17,4 Mrd. Euro, das sind nominal 1,5% und real (preisbereinigt) 1,8% mehr als im Vorjahr. Das Umsatzwachstum war damit deutlich niedriger als im Vorjahr (nominal +3,5%, preisbereinigt +5,4%).
In den letzten drei Jahren des Erholungsprozesses erzielte die Druckindustrie ein Umsatzwachstum um 5,7%. Damit konnten die drastischen Umsatzrückgänge der drei vorherigen Jahre von 10% erst gut zur Hälfte wettgemacht werden.
Die Umsatzentwicklung der Druckindustrie reichte im Jahr 2006 ebenso wie in den Vorjahren nicht an die Entwicklung des gesamten verarbeitenden Gewerbes heran. Die Umsätze aller Industriebetriebe überschritten ihr Vorjahresniveau um 6,7%.“ (D.Ullmann in DD26.7.07)

Gescheite Sprüche
MIS/AMS:
„Das wichtigste System im automatisierten Workflow ist das Auftragsmanagement-System.“ (E.Bölke, IRD, in DS5)
Datenkompetenz: „Der Druck ist nur ein Teil der Produkte, die mit den Daten des Kunden hergestellt werden können. Wenn ich keine Kompetenz in der Verarbeitung der Daten habe, werde ich irgendwann nicht mehr drucken. Daher ist dieser Bereich für uns und unsere Kunden äußerst wichtig.“ (Irmgard Abt, Abt Mediengruppe, in DS5).
Klar kommunizieren: „Ein Paradox der Nachrichtenbranche ist, dass unsere Kommunikation, obwohl wir im Kommunikationsgeschäft tätig sind, zu wünschen übrig lässt, wenn es um unser eigenes Unternehmen geht.“ (K.J. Northrup in ZT7)
Partner, nicht Lieferant: „Leute, hört endlich auf, euch zu sehr mit Drucken und Stanzen zu beschäftigen. Es geht um die Erschließung von Wertschöpfungspotenzialen. Dafür suchen wir echte Partner, nicht Lieferanten." (Ulrich Wälty von der schweizerischen Mibelle AG Cosmetics in DR9)
Software-Klassiker (M.Lubkowitz und P.Mühlbauer in PF11): „Ältere Versionen eines Programms sind in vielen Fällen besser als die aktuellen Programmausgaben – schlanker, stabiler, diskreter, sicherer und funktional oft einfach tauglicher.“
Internet: „Ein großer Teil des Webangebots ist nichts anderes als Recycling auf der Basis von geistigem Diebstahl.“ (Siegfried Weischenberg, Journalistik-Professor in Hamburg, in DD23.11.).
„Nachdem die Musikbranche schon keine Antwort auf das Internet gefunden hat, ist es fraglich, ob die Printmedien dies besser machen werden.“ (Michael Sander, Geschäftsführer des Lindauer Beratungshauses TCP, Terra Consulting Partners, in DR12).

aus DR9 – ohne weitere Worte:


_____

Wenn Sie mehr und Genaueres wissen möchten, holen Sie sich das PDF-Dokument „2006“. [549 KB]

Kritik, Verbesserungshinweise und Lob sind willkommen. Schicken Sie mir einfach eine eMail. Danke!