Fachlich
„2005 werden gleich mehrere Meilensteine gesetzt: 64-Bit-Technik und Dual-Core-Prozessoren stehen in den Startlöchern. Sogar an organischen Computern arbeiten die Grundlagenforscher schon.“ (PF1) – Doppel-Rechner (Dual Core): Statt höherer Taktraten sorgen jetzt 2 CPU-Kerne in einem Gehäuse für mehr Leistung.
„2005 ist das Jahr einer Software-Revolution beim Betriebssystem, Datenmanagement und bei der Teamarbeit“ (R.Roszkiewicz in SR28.12.).
„Blu-ray“ startet – der Sony „BPD-S1E“ zählt zur ersten Generation der Blu-ray-Player, die HD-Videos in bisher ungekannter Qualität ins Wohnzimmer bringen. Kurz vor der Blu-ray-Disk wird die HD-DVD vorgestellt; nach 3 Jahren endet aber die Produktion dieser Geräte und Medien.
Ende 2005 verabschiedet die ISO unter „ISO 19005-1“ den Standard „PDF/A“ für Langzeitarchivierung von Dokumenten.

400 Jahre Zeitung
1605 erste urkundliche Erwähnung einer periodisch erscheinenden Zeitung von Johann Carolus.
Aktueller Stand 2005: „In Deutschland erscheinen 347 Tageszeitungen, davon 133 mit Vollredaktion, die 1552 lokale Ausgaben herausgeben. Ihre Gesamtauflage liegt bei 22,1 Mio. Exemplaren. Hinzu kommen 7 Sonntagszeitungen mit 4,2 Mio. und 27 Wochenzeitungen mit 1,9 Mio. Exemplaren. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es noch rund 3000 Zeitungen, allein in Berlin erschienen mehr als 140 Tageszeitungen.“ (DR8)
Gefeiert wird mit einer Jubiläumsausstellung „400 Jahre Zeitung – Ein Medium macht Geschichte“ im Mainzer Gutenberg-Museum und mit einer Sonderschau auf der „IfraExpo“ in Leipzig.

Aktuelle Themen in der Fachpresse sind z.B.: „Die unerkannte Kulturmacht“ – zum Stellenwert der Zeitung in der Geschichte (PQ6); der Siegeszug der Zeitung (PQ6); mit Voll-„Dampf“ zur industriellen Zeitung (PQ6); Entwicklungen der Zeitungsrotationsmaschinen, im Vorstufenbereich, in der Weiterverarbeitung (DD16.6.); Zielgruppen-Zeitungen geben der Pressebranche neuen Schwung (DD16.6. und ZT7); „Zeitungen müssen sich radikal reformieren“ (DD16.6.); digitaler Zeitungsdruck (DD16.6.), Zeitungsdesign 2005 (DD16.6.); Mikroverfilmung: Wo der Film für die Zeitung noch Zukunft bedeutet (DD16.6.); ZT7: 400 Jahre mindestens, Zeitung im Wandel der Zeit (Zeitstrahl 1450 bis 2005), Geschichte der Informationsmedien aus der Sicht von 2015.
ZT6: Rubrikanzeigen sind noch nicht out; US-Trend „Street Fighting“: den Anzeigenverkauf zurückerobern; Druckfarbe und Papier; Fortschritte bei JPEG-Nachrichtenfotos und Bildmetadaten; Farbe in der Zeitung; Technologie-Dialog „NewsGear“: Newswalls für Redaktionen.
Das AdsML-Konsortium und „AdsML Framework“ – vom Konzept zur Einführung (SU20.7. und SR7.9.); der lange Weg vom Konzept zur Einführung (SR3.8.); wie Verleger „AdsML“ beurteilen (SR7.9.); Umfrage bei Systemanbietern über ihr Engagement für „AdsML“ (SR7.9.).

Gründungen: medianetics, D (Systemhaus der Baumann-Gruppe); onOne Software, USA; PDFX-ready, CH; Punch Graphics, Belgien (nach Übernahme von basysPrint); RFID e.V. in Berlin; that’s it Solutions Liedermann, D (Web-to-Print-Systemhaus); Datox, F, benennt sich um in Wedia.

Übernahmen: Adobe übernimmt Macromedia; Apple übernimmt den Konvertierspezialisten SchemaSoft; Arbortext wird von PTC, Product Development Company übernommen; Colorbus, GB, wird durch Scanvec Amiable, USA, übernommen; Dainippon Screen, Japan, übernimmt INCA Digital Printers, GB; Gradual Software übernimmt CaslonSoft, DK; die Hewlett-Packard Company übernimmt den Breitformat-Druckerhersteller Scitex Vision, Israel, und integriert ihn als HP Inkjet Industrial Division in ihre Imaging and Printing Group. IBM verkauft die PC- und Notebook-Division für 1,75 Mrd. US-Dollar an das chinesische Unternehmen Lenovo. Kodak übernimmt Creo und KPG; Nela übernimmt zum 1.1.05 von Agfa den Lastra-Geschäftsbereich Registerstanz- und Abkantgeräte. ScanSoft übernimmt den Sprachspezialisten Nuance Communications und nennt sich danach Nuance. Papyrus übernimmt den deutschen Papiergroßhändler Schneidersöhne. Der Finanzinvestor CVC erwirbt die Sparte BASF Drucksysteme und die schwedisch-holländische Druckfarbengruppe ANI Printing Inks und benennt sie Xsys Print Solutions, im Herbst gehen Xsys und der nach Sun Chemical zweitgrößte Druckfarbenhersteller Flint Ink, USA, zusammen.

Zur Fusion Adobe und Macromedia: „Bislang war Adobe mit ,GoLive‘ und seiner Technologie ,SVC‘ für zweidimensionale skalierbare Vektorgrafiken trotz Zertifizierung durch das W3C-Konsortium nicht recht erfolgreich. Nun hat man sich den Marktführer eingekauft und verfügt nach Schätzungen von Cortal Consors ,über eine Kundenbasis von alleine drei Millionen Website-Entwicklern sowie um eine um 60% vergrößerte Community von 8 Millionen professionellen Grafik-Software-Anwendern‘. Das sollte eine gute Ausgangsbasis auf dem Weg in die Zukunft sein.“ (M.Buschbeck-Idlachemi in MW2/06)
Weitere Pressestimmen: „Monopol oder Wettbewerb“? und: „gemeinsam gegen Microsoft“ (Editorials M.Spaar in PZ Nr.2 und in PZ Nr.3); „Angriff der Software-Giganten“ (B.Zipper in DR6); „Sind wir Publishing-Anwender nun auf Gedeih und Verderb einem einzigen Anbieter ausgeliefert?“ (Editorial M.Spaar in PZ Nr.6).

Das „Kodak-Syndrom“: „Trotz seiner 100 Jahre langen beherrschenden Position auf dem Fotomarkt, seiner großen Schar von hochbezahlten Managern und der Gewinne in Millionenhöhe, wollte Kodak den Niedergang des herkömmlichen Fotofilms nicht sehen, glauben oder wahrhaben. Das Ergebnis: Verluste in Millionenhöhe im ersten Quartal 2003, 11 000 Entlassungen im selben Jahr (15 000 wurden für das Jahr 2007 angekündigt), und noch dazu fiel Kodak aus dem ,Dow Jones‘.
Warum rührte sich Kodak nicht früher? Aus folgenden drei Gründen, meinen Experten: durch die Angst vor Kannibalisierung, vor der Infragestellung ihres ,Geschäftsmodells‘ und durch die Unterschätzung der Geschwindigkeit, mit der sich die Digitaltechnik im Markt ausbreitete.“ (Leserbrief Jeff Mignon, CEO von 5W Mignon-Media, New York, in ZT7)
Die Kunden der Kodak GCG, Graphic Communications Group – aber nicht nur sie – sehen sich mit fünf wesentlichen Trends konfrontiert (PI26.10.):
– Wechsel von der Massenkommunikation zu zielgerichteter Kommunikation.
– Übergang von monochromen bzw. Schwarzweiß-Technologien zu Farb-Technologien.
– Sie stehen vermehrt unter Druck, beispielsweise bei Direktwerbekampagnen bessere Responsequoten zu erzielen. Dagegen stehen die Produktionskosten des einzelnen gedruckten Exemplars nicht mehr unbedingt an erster Stelle.
– Druckereien sind bestrebt, ihre Produktionseinrichtungen in automatisierte Produktionsumgebungen umzugestalten.
– Übergang vom traditionellen Offsetdruck zu einer gemischten Produktionsumgebung.

Konzentration beim Großformat: „In den letzten 3 Monaten hat HP den entsprechenden Geschäftsbereich von Scitex gekauft, EFI hat sich Vutek einverleibt, und Screen hat sich mit Inca das Know-how der Tintenstrahltechnologie gesichert.“ (Editorial A.Blömer in PS10, S.3)

Auflösung: Das Prinect Systemhaus (die PSH Solutions GmbH), Heidelberg, wird aufgelöst; Heidelberger Druck will das Engagement in ihr Systemhaus nicht weiterführen.


Aktuelles
(Auszug)

Abbyy „Finereader XIX“: OCR-Software für Frakturschriften und alte europäische Sprachen.
Adobe „Creative Suite 2“ mit „Bridge“-Dateibrowser und „Stock Photos“-Bilderservice; „Adobe Reader 7.0“ für „Linux“.

Apple bringt mit „Mac mini“ den „günstigsten und kompaktesten ,Mac‘, den es jemals gab“ (DD3.2.) heraus: kaum 5 cm hoch, 1,3 kg leicht, ab 489 Euro. „Soviel Furore hat kein neues Apple-Produkt seit der Vorstellung des Ur-,Macintosh‘ von 1984 gemacht“ (DA Nr.9). Weitere Liebesbezeugungen: „,Mac‘ im Keksdosenformat“; „Mac mini“, die „weiße Wunderkiste“ (D.Kottmair in MW4). „Mac OS X 10.4 Tiger“, die neue Version des „Mac“-Betriebssystems, wird ab ab 29.4. ausgeliefert und ist „ein Meilenstein in der Systementwicklung“ (Editorial S.Hirsch). Neu sind auch die Office-Software „iWork 05“ und die Kreativsuite „iLife“, die „zeigt, wie man Profisoftware bedienbar macht“ (Editorial S.Hirsch in MW5).
Symantec über Angriffe auf „Mac OS X“: „Hackerangriffe auf Apple-Rechner waren eigentlich eine Ausnahme. Das hat sich gründlich geändert. ,Mac OS X‘ wird immer mehr zum Ziel für Malware, die bisher von Microsoft und anderen ,Unix‘-Systemen angezogen wurde … 2004 gab es 37 kritische Löcher in ,Mac OS X‘; für alle hat Apple Patches veröffentlicht.“
Bei der Wahl der „Marke des Jahres“ des Online-Magazins „Brandchannel“ setzt sich Apple vor den Vorjahressieger Google auf Platz Eins.
Kommt der „Mac“ bald mit dem „Cell“-Prozessor von IBM, Sony und Toshiba (MW4)? Nein, aber der Apple-CEO Steve Jobs kündigt im Juni einen Wechsel zu Intel-Prozessoren an: „Wir verfolgen das Ziel, unseren Kunden die besten Personalcomputer der Welt zu bieten. Und wenn man vorausblickt, dann hat Intel die bei weitem überzeugendste Prozessor-Roadmap. Es ist 10 Jahre her, seitdem wir auf den ,PowerPC‘ gewechselt sind. Wir sind davon überzeugt, dass uns die Technologie von Intel dabei helfen wird, die besten Personalcomputer für die nächsten 10 Jahre zu bauen.“ Logische Frage: Wird „Mac OS X“ dann auch auf Standard-PCs laufen? (CT22.8.)
Apple-Fan S.Hirsch in seinem Editorial in MW7: „Microsoft hoppelt, Apple rennt“; im Innovationswettlauf zeige sich Apple als Sieger.
Im Herbst schickt Apple neue „iBook“- und „Mac mini“-Modelle auf den Markt – wenn auch noch mit der bisherigen Systemarchitektur – und überrascht mit einer „Mighty Mouse“, einer Eintastenmaus, die mit ihrem Scrollball in 4 verschiedenen Richtungen die Funktionalität von bis zu 4 programmierbaren Tasten verschafft.

Esko-Graphics: Das Computer-to-UV-Plate-System „Espresso“ wird nicht gebaut! (DD17.3.).
Eine HVD Allianz will mit einer „HVD, Holographic Versatile Disc“ die Kapazität optischer Speichermedien auf 1 Terabyte steigern; aktuell werden dafür 200 Standard-DVDs benötigt (DD17.3.).
IBM verkauft seine PC- und Notebook-Division für 1,75 Mrd. US-Dollar an das chinesische Unternehmen Lenovo (PF2 und PF7). Zum Jahresende lässt IBM den Support für das PC-Betriebssystem „OS/2“ auslaufen und empfiehlt seinen „OS/2“-Kunden den Wechsel zu „Linux“ (DD25.8.).
Die Ifra-Publikation „Zeitungstechnik“ wandelt sich zu einem integrierten Print-Online-Magazin (K.J. Northrup in ZT2: „Was Sie hier in Händen halten, ist nur die halbe Story.“)
Microsoft kündigt auf der „WinHEC, Windows Hardware Engineering Conference 2005“ die 64-Bit-Architektur an, mit „Longhorn“ eine neue „Windows“-Version, mit „XPS, XML Paper Specification“ (bisher Codename „Metro“) eine neue Technologie für den Dokumentenaustausch. Aus „Windows 2006“ oder „Longhorn“ wird schließlich „Windows Vista“ mit neuer Optik und optimierter Sicherheit. A.Vahldiek riskiert in CT8 einen Blick auf die erste Betaversion.
Die „NZZ, Neue Zürcher Zeitung“ mit 2 Weltpremieren: Rollenoffsetdruck von chemiefreien Thermoplatten Agfa „Azura“ und ein Druckturm mit direkter Plattenbebilderung in der Druckmaschine.
Start der „PDF/X-3 ready“-Initiative in der Schweiz, mit der Ugra als unabhängiger Zertifizierungsstelle.
Das Layoutprogramm Quark „XPress 6.5“ enthält erstmals ein Bildbearbeitungsmodul „QuarkVista“. Gretchenfrage: Quark „XPress“ oder Adobe „InDesign“? P.Ebeling befragt in PX3-4 dazu 4 Anwender, und auf dem „Forum Pforzheim“ gibt es eine öffentliche und umstrittene Gegenüberstellung.
Xerox eröffnet mit einem neuen Kundenzentrum in Rochester, NY, USA, „die weltweit größte permanente Ausstellung digitaler Lösungen für den Produktions-Digitaldruck und die Publishing-Industrie“ auf 9300 qm Fläche. Sumitomo Mitsui Card, ein japanisches Kreditkartenunternehmen, erteilt Xerox mit 24 „iGen 3“-Drucksystemen den größten Einzelauftrag.


Trends

Digitalfotografie:
Sharp bringt mit dem „V 903“ (2048 x 1536 Pixel) das erste 3-Megapixel-Handy auf dem deutschen Markt.
Fujifilm: „Alle sprechen über den Boom bei digitalen Kameras. Größere Änderungen vollziehen sich allerdings in der Art und Weise, wie die Menschen damit umgehen. Es wird mehr fotografiert denn je zuvor: Jeder dritte Haushalt in Deutschland hat bereits eine Digitalkamera, jedes zweite Handy kann heutzutage auch fotografieren.
Angesichts der riesigen Bildermenge, die auf diese Weise entsteht, wächst der Bedarf nach Abzügen auf Papier. Nach einer Schätzung von Fujifilm dürfte die Zahl der Fotoabzüge von digitalen Quellen im Jahr 2005 rund drei Milliarden Bilder ausmachen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs um 50%.“
Trends bei Digitalkameras: „Drei Trends wurden auf der PMA sichtbar: noch kleinere und putzigere Designkameras, für Direktdruck optimierte Kompaktmodelle und neue Sensoren und Objektive bei den digitalen Spiegelreflex-Kameras. Das Ergebnis: Designkameras in Schlüsselanhänger-Größe, Kompaktkameras mit Bildstabilisator und Bildoptimierung, 6 bis 8 Mio. Pixel als Standard-Bildauflösung bereits bei Midrange-Kameras und eine quicklebendige Spiegelreflex-Szene.“ (P.Walz in CT7.3.)
Raw fotografieren C.Künne (in DA) und Mk.Schelhorn (in MW) informieren ausführlich, wie und warum man Bilder im Raw-Kameraformaten schießt und bearbeitet („entwickelt“, kalibriert und automatisiert, kreativ im digitalen Fotolabor modifiziert).

„Textdruck mit Tintenstrahldruckern ist out, Fotodruck dagegen in. Mit zusätzlichen Funktionen wie Card-Reader, Wireless-Anschluss und Farbdisplay kappen die Fotodrucker die Nabelschnur zum PC und suchen die Nähe zur Digitalkamera.“ (O.Jendro und M.Ott in PF1)

Aus der Digitalkamera ins Fotobuch: „Digital fotografieren ist beliebt wie nie zuvor – lassen Sie Ihre Bilder in einem echten Fotobuch drucken. Mit der kostenlosen Fotobuch-Software, die Sie von unserer Webseite downloaden, können Sie direkt und ohne Aufwand ein ganz persönliches Fotobuch in wenigen Schritten selbst gestalten und als echtes Buch in 4 Größen bestellen.“ (www.fotobuch.de)

Scanner-Renaissance? „… Auffällig war (auf der „dataprint 2005“ in A-Linz) auch die gezielte Nachfrage nach den Creo-Farbflachbettscannern, hauptsächlich aus der ,iQsmart‘-Familie, was auf eine Renaissance hochwertiger Farbscanner im österreichischen Markt schließen lässt.“ (PI28.4. Creo). Andererseits gibt es preisgünstige Flachbettscanner: „Standard-Scanaufgaben wie Texterkennung, die Kopie auf einen Drucker oder Bilder fürs Internet erfordern keinen teuren Scanner. Wer nur ab und an eine Durchlichteinheit benötigt, um Negative oder Dias fürs Internet oder kleinformatige Ausdrucke zu digitalisieren, ist mit einem Modell bis 150 Euro gut bedient.“ (P.Nonhoff-Arps in CT2.5.)

Mit Digitaldruck Geld verdienen: „Eigeninitiative und Ideenreichtum sind beim Digitaldruck besonders gefragt. Leistungen und Ideen müssen im wahrsten Sinn des Wortes verkauft werden.“ (Editorial H.-G. Koenen in DS Nr.4).
Wird Inkjet dem Offsetdruck gefährlich? (D.Kleeberg in DS Nr.15).
Agfa will Marktführer bei industriellen Tintenstrahlprodukten werden (laut einem Interview mit Kurt Smits, Director Newspaper Business und Director Sales Inkjet Division, in DS Nr.15). Aber auch Dainippon Screen sieht sich auf dem Weg an die Inkjet-Spitze (Interview mit A.J. Kakiuchi, Präsident Graphic Arts Business Unit Worldwide, in DS Nr.15).
„Der digitale Inkjetdruck im Großformat ist für Siebdrucker keine Bedrohung, sondern eine Chance für eine gewinnbringendere Zukunft“ (Itai Halevy, Chief Marketing Officer & Executive Vice President bei Scitex Vision).

Borek Kommunikation, Osterwieck: Web to Print fürs Direktmarketing, einem „Self-Service-Verfahren“, das Prozesskosten senkt – Borek gehört „zu den ersten Anbietern dieser Technik in Deutschland“ (DS Nr.4).


Marktübersichten

Webhoster (CN2).
8 Flash-Speicher (DA Nr.9).
Professionelle Spiegelreflex-Digitalkameras und -Rückteile (PS6).
35 Flachbettscanner (DR6, S.36: von Canon, Creo, Epson, Esko-Graphics, Fujifilm, HP, Microtek, Mustek, Quato, Screen).

25 Bildkorrektur-Plug-ins für „Photoshop“ und Kompatible (CT7.3.): „20/20 Color MD“, „AutoEye 2.0“, „Color Mechanic Pro 1.1 b“, „Color Pilot 2.45“, „ColorWasher 2.01“, „Dfine 1.0“, „EasyS 1.3“, „FocalBlade 1.03“, „FocusMagic“, „Grain Surgery 2“, „Helicon Filter 2.02“, „iCorrect EditLab Pro 4.5“, „Intellihance Pro 4.0“, „LensDoc 1.31“, „LightMachine 1.0“, „Neat Image Pro+ 4.4“, „Noise Ninja 2.1.1“, „Nik Sharpener Pro“, „Optipix 3.0“, „PhotoSuite 5 + White Balance“, „PowerRetouche Pro Pack“, „PTLens“, „Quantum Mechanic“, „ROC Pro 1.0.1“, „SHO Pro Plug-in“.
50 Plug-ins für „Photoshop“ – die derzeit gefragtesten Filter (PX9-10).

Workflowsysteme für kleinere Druckereien (DD3.11.): mit Produkten von Adobe, callas, Creo, Fujifilm, Global Graphics, Heidelberger Druck, Impressed, Jorg, Lewald und OneVision.
4 PDF-basierte Workflow-Management-Systeme (Projektarbeit an der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Brües, DD10.2.): Creo „Prinergy Connect 2.3“, Heidelberger Druck „Prinect Printready System“, Agfa „ApogeeX 3.0“, Fujifilm „Celebrant Extreme v 5.3“.
Was leisten moderne Workflowsysteme? (PH4): Agfa „ApogeeX 2.5“, EFI „OneFlow 2.0“, Océ „Prisma Production 3.04“, Fujifilm „Celebrant Suite 6“, MAN Roland „printnet“, Heidelberg „Prinect“.
Workflow-Management-Systeme (DR5).
Druckfarbe sparen mit einem PDF-Farbserver (PX11-12).
Sichere Datenübergabe durch Online-Preflight-Systeme (DD8.9. und DD15.9.).

21 Farbmessgeräte für Farbproofs und/oder die Qualitätskontrolle an der Druckmaschine (DR3).
Server-basierte Proofingsysteme (SR20.4.): Agfa „Delano“, Creo „InSite“, Cyan Soft „eProof“, Dalim „Dialogue“, Heidelberger Druck „Remote Access“, ICS „Remote Director“, Kodak/KPG „Matchprint Virtual Proofing“, „Rampage Remote“, Screen „Riteapprove“, „Web Proof“.
Digitale Proofsysteme (DR11).
Vergleichstest Prooflösungen: Epson „Stylus Pro 4800“ und Canon „W 6400“ mit Rip-Software ColorGate „Proofgate“, EFI „Colorproof XF“ und PerfectProof „ProofMaster“ (PX11-12).
Digitalproofsysteme für den Akzidenzdruck (VA12).

CtP-Systeme für das Kleinformat B3 (DD10.3.).
17 CtP-Systeme für das Kleinformat B3 (PX5-6).
Computer to Plate für den kleinformatigen Offsetdruck (PQ11): Papier- und Polyesterdruckplatten, Aluminium-Druckplatten für CtP-Systeme mit Violettdiode, chemie- und prozessfreie Aluminium-Druckplatten für thermische Bebilderung, Kleinformat-CtP-Systeme für Aluminiumplatten, Kleinformat-CtP-Systeme für Polyesterplatten.
CtP-Systeme für das Mittelformat B2 (DD23.6.).
CtP: funktionelle Grundlagen, Marktübersicht Systeme und Platten (SR16.11.).
CtP-Rekorder für 8 Seiten und darüber, mit Umfrage „Rip oder Workflowsystem?“ bei den Systemanbietern (DS Nr.6).
CtP-Druckplatten (DR7).

Digitaldruck: 15 Anbieter von Fotobüchern in der Schweiz samt ihrer Möglichkeiten (PZ Nr.6).
24 Multifunktionssysteme für Kopieren, Drucken, Scannen und Faxen (DR1).
Large Format Printer (DR2).
Large-Format-Printing boomt (PS10, mit tabellarischer Marktübersicht Tintenstrahl-Drucksysteme von 84 bis 200 cm Druckbreite).
10 Offsetdruckmaschinen mit Direktbebilderung (DR9): von Heidelberger Druck, KBA, Komori, MAN Roland, Ryobi, Sakurai, Screen.

Weiterverarbeitung
Schnellschneider (DR4).
Sammelhefter (DR8).
Klebebinder (DR12).


Zeitsplitter, Zitate

Digitales Biest: „Die digitale Revolution ist ein Biest mit zwei Gesichtern. Sie vernichtet Arbeitsplätze, dann hilft sie uns wieder, Jobs zu finden … Internet und Computer bringen uns dazu, Ressourcen effizienter zu nutzen. Das digitale Biest lehrt die Menschen, sparsamer zu leben – und ökologischer.“ (Kommentar M.Toprak in PF7).
So sieht der PC in 20 Jahren aus: „PCs gibt’s nicht mehr, zentraler Datenserver im Keller, viele Displays und Eingabesets sind in der Wohnung verteilt, Datenleitungen in der Wand, in jedem Raum 3 Netzwerk-Anschlüsse neben der Steckdose, WLAN nur als Zusatzlösung.“ (M.Toprak in PF1)
ASP, Application Service Providing bedeutet, dass ein Unternehmen eine Software nicht mehr in Form einer Lizenz erwirbt, sondern die benötigte Applikation für eine gewisse Zeit über das Internet oder andere Netze gewissermaßen anmietet. Dabei wird das Programm nicht auf den eigenen Rechner heruntergeladen, sondern der Nutzer arbeitet mit der gemieteten Software auf den Rechnern des ASP-Providers. Auch die Arbeitsergebnisse und Daten bleiben auf den Rechnern des ASP-Providers.“ (VS4.1.)

Ergebnisse einer Umfrage des BVDM, Ende 2004/Anfang 2005, zum Stand der Vernetzung in der Druck- und Medienbranche:
– Das Thema Vernetzung ist für die Betriebe von zentraler Relevanz. Dies gilt sowohl für Klein- als auch Großbetriebe.
– Vernetzung stellt primär eine organisatorische Herausforderung dar.
– Für die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen ist Vernetzung jedoch ein mittel- bis langfristiges Projekt.
– Im Hinblick auf den Wissenstransfer dominiert die Nachfrage nach Seminaren, um bestimmte Themenbereiche praxisbezogen zu vertiefen.
– Was die Abschätzung der Kosten betrifft, herrscht eine große Unsicherheit.
– Die Vernetzungsdichte in den Unternehmen wird mittelfristig steigen.
– Die Vernetzungsbereitschaft korreliert eindeutig mit der Firmengröße.
– Vorreiter im Hinblick auf die Vernetzung der Bereiche Vorstufe und Druck sind Betriebe der mittleren Größenklassen (50 bis 99 Mitarbeiter).
„Tag der Normen“ im Juni in Heidelberg. M.Schüle in DD14.7.: „Basteln Sie noch, oder produzieren Sie schon?“; I.Melaschuk beschreibt in PQ9 eine Vielfalt und Flexibilität, trotz Normen.
Prozessanalyse: „Begleiten Sie einen oder mehrere Aufträge durch Ihr Unternehmen, von der Anfrage bis zur Auslieferung. Halten Sie zusammen mit Ihren Mitarbeitern die einzelnen Arbeitsschritte fest und notieren Sie parallel, von wem und in welcher Zeit die einzelnen Arbeitsschritte durchgeführt werden. Am Ende verfügen Sie über eine Aufzeichnung, die circa 80 Arbeitsschritte umfasst.“ (P.Jeschke in „GC-Newsletter“ 16.11.)
Zeit für Druckfabriken? „Automatische Prozesse und Standards bestimmen die heutige Produktion. Was den reinen Druckprozess angeht, so hat sich schon in vielen Bereichen die voll automatisierte Massenproduktion durchgesetzt, frei nach dem Motto ,schneller, besser, günstiger‘. Der Aspekt des digitalen Workflows wächst – auch im Bereich Prepress greift die Automatisierung um sich. Wir befinden uns mitten in einer Revolution, still und leise: die Industrialisierung der Druckbranche.
Eine Revolution wäre keine, wenn wir nicht am Ende etwas völlig Neues vorfänden. Denkbar wäre, dass die Druckwirtschaft dann in zwei Lager gespalten ist: auf der einen Seite fusionierte große Druckereifabriken, die hochtechnisiert sind und zu günstigsten Konditionen fertigen können, nicht zuletzt, weil sie ja kein ausgebildetes Fachpersonal bezahlen müssen – und auf der anderen Seite die Unternehmen mit fachlicher Kompetenz, die nur noch beraten, planen und ihre Anweisungen in digitale Workflow-Systeme eingeben, für die Steuerung der Produktion in den ausführenden Fabriken.“ (Editorial A.Bötel in DR2)

Profi-Bildbearbeitungen (A.Trinkwalder und A.Kramer in CT2.5.): „Die Behauptung, nur ,Photoshop‘ tauge für den professionellen Einsatz, stimmt ebenso wenig wie das andere Extrem, die Open-Source-Alternative ,Gimp‘ oder einer der deutlich günstigeren Konkurrenten seien gleichwertig. ,Photoshop‘ ist und bleibt der flexible Allrounder schlechthin, der in Print, Web und auch Fotografie eine gute Figur macht sowie hochwertige Ebenen- und Textwerkzeuge mitbringt. Auch das Drumherum – Farbmodelle, Automatisierung, Raw- und 16-Bit-Unterstützung – erfüllt High-End-Ansprüche.
Doch wer für den Druck produziert, wird auch mit ,Photo-Paint‘ glücklich, sofern er Abstriche bei der Montagetechnik in Kauf nehmen kann. Raw-Fotografen sind mit ,Photo-Paint‘ ebenfalls gut bedient – sie können die Software kostengünstig mit einem guten Rohdatenkonverter und einigen Fotokorrektur-Plug-ins nachrüsten. Auch ,PhotoLine‘ böte sich hier prinzipiell an, vor allem, da auch Einstellungsebenen im 16-Bit-Modus funktionieren, muss aber beim Handling von Ebenen und Ebenenmasken gegenüber ,Photo-Paint‘ noch deutlich aufholen. Bei der gerade für Fotografen wichtigen Automatisierung enttäuschen beide – mit ,Photo-Paint‘ kann man sich immerhin noch in die ,VBA‘-Programmierung retten.
Wem 8 Bit Farbtiefe genügt, der findet bei ,Paint Shop Pro‘ eine Alternative mit hervorragenden Skripting-Fähigkeiten. Das kostenlose ,Gimp‘ befindet sich auf dem besten Weg hin zu einer soliden Bildbearbeitung, muss aber auch bei der Montagetechnik noch zulegen, um mit den kommerziellen Anwendungen mithalten zu können.“

Foto: WorldSkills International.

Imagepflege für Drucker:
Vom 26. bis 29.5. 38. findet in Helsinki, Finnland, die „World Skills Competition“ (Weltmeisterschaft für Handwerksberufe) statt. Erstmals sind auch die Drucker dabei. Der 21jährige Schweizer Offsetdrucker Stefan Durrer wird für die Berufs-WM nominiert und gewinnt die Bronzemedaille, aus Deutschland kommt Benjamin Balasunderam, Azubi im 2. Lehrjahr. Heidelberger Druck stellt als einer der Sponsoren das „Wettkampfgerät“ für Drucker, eine „Printmaster PM 52-4“.
Warum engagiert sich Heidelberger Druck mit einer Druckmaschine auf den Berufsweltmeisterschaften in Helsinki? Volker Trappmann, Marketingleiter für Mitteleuropa, den Nahen Osten und Skandinavien: „Der Berufszweig des Druckers hat ein sehr sehr problematisches Image. Im Vergleich zu Sparten wie Multimedia, Mediendesign oder Grafik herrschen in der öffentlichen Wahrnehmung des Druckers Dreck und Gestank vor. Dagegen müssen wir etwas tun.“ Trappmanns Forderung: „Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten und vermitteln, dass der Drucker einen sauberen Beruf mit Zukunft ausübt.“ (Zitat aus F.Behrens in DR5)
Der Bronzemedaillengewinner Stefan Durrer: „Papier mit Farbe zum Leben zu erwecken wurde in meiner Lehrzeit zu meiner großen Leidenschaft. Den großen Einfluss der persönlichen Arbeit auf das Druckresultat und auch die faszinierende Technik motivieren mich immer neu in meinem Beruf. Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft war eine einzigartige Möglichkeit, meine Kenntnisse in einem außergewöhnlichen Umfeld noch weiter zu vertiefen.“ (VS28.6.)

Die Papstwahl belebt die Druckbranche: „... die Druck-und Medien-Branche freut sich, denn ihr bescherten die Vorgänge im Vatikan einen regelrechten Boom. Die Bücher von und über Benedikt XVI. und seinen Vorgänger aus Polen finden so reißenden Absatz, dass viele Verlage kaum noch liefern können. Allein der Verlag Herder verkaufte in wenigen Tagen zusätzlich über 150 000 Bücher aus der Feder Ratzingers. Auch die Hersteller und Händler von Autogrammkarten jubilieren, denn ,echte Ratzinger‘ avancierten bei eBay zu absoluten Verkaufsschlagern. Und selbst die Textildrucker kommen dank Stefan Raab nicht zu kurz. Der ,TV total‘-Moderator entwarf ein T-Shirt mit der Botschaft ,Mach et, Ratze‘, das sofort zum Bestseller wurde.“ (DR6)
Sicherheitsdruck für „Harry Potter“: „Am 16. Juli war es soweit: Der neue Band von ,Harry Potter‘ wurde in England ausgeliefert. Hierzulande müssen sich die Fans noch bis zum 1. Oktober gedulden, wenn sie die deutsche Fassung von ,Harry Potter and the Half-Blood Prince‘ kaufen wollen. Aber gedruckt wird das Buch bereits seit etlichen Wochen, vor allem in der Druckerei GGP Media Pößneck, die zur Bertelsmann-Tochter Arvato gehört. Genaue Angaben zu diesem Auftrag sind allerdings nicht zu bekommen, denn das Ganze läuft unter höchster Geheimhaltung. Die Mitarbeiter dürfen weder Frühstücksbeutel noch Foto-Handys mitbringen, und angeblich wurden 40 (!) Wachleute engagiert, um zu gewährleisten.dass kein Buch vorzeitig das Haus verlässt.“ (DR8)

Kreativität zahlt sich aus: „Wenn es um gute Ideen geht, sind Unternehmen in der Druckbranche oft intensiver gefordert als in jeder anderen Branche. Kunden wollen Innovationen, die perfekte technische Umsetzung wird vorausgesetzt. Da gibt es Dienstleister, die personalisierte Postkarten und Mailingaktionen anbieten. Der Name des Empfängers mit großen Graffiti-Lettern auf die Eisenbahnbrücke gesprüht; ein toller Effekt. Andere erstellen mit besonderem Papier, Lack, Stanzungen und Prägungen die aufsehenerregensten Druckprodukte. Sie lassen sich für die Realisierung ihrer Printprodukte von den Lieferanten sogar extra dafür konfigurierte Maschinen bauen – eine gute Idee kann bares Geld bringen. Kreativität zahlt sich auch bei der Umsetzung einer besseren Prozessbeherrschung aus. Unternehmen, die ein durchgängiges Workflow-Management-System einsetzen, sprechen vom hohen Einsparungswerten. Selbst wenn es keine Millionen sind, so ist es doch ein Anfang.“ (Editorial A.Bötel in DR10)

Wann drucken Sie Elektronik? „Stellen Sie sich vor, Sie haben eine flexibleTastatur vor sich liegen, die an Ihren PC angeschlossen ist und mit der Sie dieselben Funktionen ausführen können wie mit einer Ihnen bekannten PC-Tastatur – der wesentliche Unterschied ist ,nur‘, dass die vor Ihnen liegende Tastatur aus Papier im Offsetdruck hergestellt worden ist und trotzdem elektronische Funktionen ausführen kann.
Diese von vielen als Vision eingestufte Entwicklung könnte für so manchen Drucker in nicht allzu weiter Ferne zu einem ganz neuen Geschäftsfeld werden … Die gedruckte Elektronik wird sich nach Einschätzungen der OEA, Organic Electronics Association langfristig nicht in einem kleinen Nischenmarkt entwickeln, sondern an der Schnittstelle des klassischen Druck- und des klassischen Elektronikmarkts als ein breiter neuer Massenmarkt etablieren. Vielleicht ist dies auch etwas für Sie?!“ (Editorial F.Lohmann in DD27.10.)


„Gemischter Zahlensalat“

Die Bedeutung des Internets nimmt zu
(DR1): Das Internet hat für die mittelständischen Unternehmen in Deutschland deutlich an Stellenwert gewonnen. Es wird verstärkt als aktives und kostengünstiges Informationsmedium und Verkaufsinstrument eingesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Wirtschaftsmagazin „impulse“ herausgegebene Unternehmerstudie „mind – Mittelstand in Deutschland“. Von den 689 000 befragten Betrieben mit mindestens 250 000 Euro Jahresumsatz haben rund 89% einen Internetzugang und 85% eine eMail-Adresse. Während vor 2 Jahren das Internet primär für B2B-Aktivitäten genutzt wurde, spielt heute das Endkundengeschäft die wichtigste Rolle. 59% der Unternehmen setzen für den Vertrieb/Verkauf ebenfalls auf das Internet.
55% aller Deutschen sind online: Die Internetnutzung in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 2% gestiegen. Laut „(N)onliner Atlas“ der Initiative D 21 nutzen 35,5 Mio. Deutsche über 14 Jahren das Internet, das entspricht 55% der Bürger. Im kommenden Jahr prognostiziert „(N)onliner“ eine weitere Steigerung des Onliner-Anteils um 6%, sodass ihre Zahl dann auf über 40 Mio. steigt. Das Alter der Offliner stieg um durchschnittlich 1,3 auf 60,3 Jahre an. (DD7.7.)
eCommerce in Deutschland (PI27.4.06 Bitkom): Insgesamt wurden im Jahr 2005 Waren und Dienstleistungen im Wert von 32 Mrd. Euro per Internet verkauft. Das entspricht einem Plus von 43% im Vergleich zum Vorjahr. Der Großteil des Online-Handels entfällt mit 90% auf Transaktionen zwischen Unternehmen (Business-to-Business). Der gesamte Umsatz im elektronischen Handel stieg um 58 Prozent auf 321 Mrd. Euro. Das ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts EITO, European Information Technology Observatory im Auftrag des Bundesverbands Bitkom. „Bis zum Jahr 2009 wird der eCommerce-Umsatz in Deutschland nach Schätzungen der Marktforscher auf rund 694 Mrd. Euro steigen, 114 Mrd. Euro davon kommen von Privatkunden (Business-to-Consumer).“
Seine Spitzenposition in Europa beim elektronischen Handel hat Deutschland damit im vergangenen Jahr gefestigt. 30% aller in Westeuropa über das Internet gehandelten Waren und Dienstleistungen wurden 2005 hierzulande verkauft. „Neben der steigenden Zahl von Internetnutzern sprechen weitere Faktoren für eine positive Entwicklung des eCommerce“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Hohe Sicherheitsstandards sorgen für mehr Vertrauen bei Online-Käufen, elektronische Bezahlsysteme für kleinere Beträge setzen sich durch, und mit dem Handy kommt ein weiterer Verkaufskanal neben dem PC hinzu.“
Die beliebtesten Produkte im Internet sind Bücher, gefolgt von Kleidung und Sportartikeln sowie Filmen und Musik. Ebenfalls sehr beliebt bei den Online-Käufern sind Elektroartikel, Reisetickets und Software.
Die längste Webadresse der Welt (DD30.6.): „Anlässlich des Schiller-Jahres hat der Verein Deutscher Sprache die angeblich längste Internetadresse der Welt eingerichtet. Sie besteht aus einem Schiller-Zitat und hat 63 Zeichen; mehr Buchstaben sind technisch nicht möglich. Hinter der Webadresse verbirgt sich ein Auftritt u.a. mit weiteren Schiller-Zitaten und Adressenlisten anlässlich des 200. Todestages des Dichters. Einfach mal reinklicken unter: www.WiemenschlichMenschensindzeigtihrUmgangmitderMuttersprachefrsch.de.“

Ausbildung in der Druckindustrie 2005 (Statistik des BVDM): Die Zahl der Ausbildungsverträge ging um 7,5% zurück – 58% aller Auszubildenen werden Mediengestalter. „Die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Unternehmen der deutschen Druckindustrie ist 2005 um 7,5% gegenüber dem Vorjahr – auf 6031 – zurückgegangen … Autgrund der Zuwächse aus dem Jahr 2004 sank die Zahl der Gesamtausbildungsverhältnisse 2005 aber nur um 332 auf 16 545. Das entspricht einem Rückgang um knapp 2% gegenüber 2004. Die Ausbildungsquote liegt damit – aufgrund der ebenfalls zurückgehenden Gesamtbeschäftigtenzahl – weiterhin bei rund 8%.
Nach wie vor ist der Mediengestalter der dominante Ausbildungsberuf in der Druck- und Medienwirtschaft. Rund 58% aller Ausbildungsverträge der Branche entfallen auf ihn. Der für 2005 erwartete Rückgang bei neuen Ausbildungsverträgen fiel mit 5% moderater aus als erwartet. Stärker waren die Einbrüche beim Ausbildungsberuf Drucker, der ein Minus von 8,4% verzeichnete, und beim Siebdrucker, der sogar über 21% einbüßte. Beim Ausbildungsberuf Buchbinder ging die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge nur um 3,3% zurück.
Der Anteil der Frauen in der Druck- und Medienwirtschaft liegt bei rund einem Drittel. Anders beim Mediengestalter: Hier sind derzeit noch die Hälfte aller Auszubildenden weiblich, nachdem sich ihr Anteil in den letzten Jahren aber deutlich verringert hat. In der Drucktechnik lassen sich rund 8% Frauen ausbilden, in der Druckweiterverarbeitung ist der Anteil mit 16% dagegen doppelt so hoch. Von hundert Mediengestaltern wählten im Jahr 2005 rund 71 die Fachrichtung Mediendesign, 18 ließen sich im Bereich Medienoperating ausbilden, 7 wählten den Medienberater, und knapp 4 wurden Medientechniker.“
„Der Beruf des Druckers ist nichts für zierliche Mädchen.“ (Aus einer Serie „Ausbildungsberufe von A bis Z“ der „Thüringischen Landeszeitung“, zitiert in DD8.9.).

Originelles Marketing des „Südkurier“-Medienhauses und der Konstanzer Puppenbühne: „Kasper und der Dreckfuhlertuefle“


Sprüche des Jahres

„Heute erwartet das Management Verbesserungen, nicht Innovation“ (Frank Romano, zitiert in SU5.1.).
„Noch nie war der Papierhunger so groß wie ausgerechnet im Multimedia-Zeitalter.“ (Thomas Ganske, Gründer der Ganske-Verlagsgruppe, in DR1).
„Wer die Daten beherrscht, dem gehört der Kunde“ (Stimme auf einer EFI-Anwenderkonferenz).
„Die Geschäftswelt wird immer kälter. Da wird das Beziehungsmanagement immer wichtiger für ein langfristig gutes Kundenverhältnis.“ (Fritz Torneden, Geschäftsführer MAN Roland Vertriebs- und Service GmbH in Hamburg, in DR1)
„Farbmanagement ist nur mit Standards effektiv! ... Wir müssen die Verantwortung fürs Farbmanagement upstream, d.h. zum Datenersteller, verschieben. ... Alles hängt von der Erziehung, Schulung, Ausbildung ab. In Wirklichkeit ist Wissen Macht, Kraft (power).“ (John Dunn, Produktionsleiter bei xpedx, in SU7.9.)
Akhof-Print, CH-Zürich-Oerlikon: „Mit dem klassischen Offsetandruck kann es bis heute kein digitales Proofsystem aufnehmen.“
„Jedes Unternehmen kann als Publisher angesehen werden. ... Egal, welches Publishing Sie betreiben, mit Automation ist es besser ... Die große Herausforderung ist, dass sich die Leute ändern; denn neue Workflows setzen voraus, dass die Leute ganz anders arbeiten.“ (M.L. Schneider in SU31.8.)
… rennt, läuft …: „Im deutschen Printmarkt ist es wie beim Kinderfußball: Wo der Ball hinfliegt, da rennen alle hin.“ (Bernd Buchholz, Zeitschriften-Vorstand des Medienkonzerns Gruner + Jahr) – „Wir sollten nicht der klassischen Siliziumelektronik hinterherlaufen, sondern uns der Printronik von der Druckwelt her nähern.“ (Prof. Dr. Arved Hübler, TU Chemnitz).
„Jeder Tag ohne Gratiszeitung ist ein guter Tag.“ (Tobias Fröhlich, Verlagssprecher der Axel Springer AG, in DR11).
„Kann es überhaupt eine über Epochen hinweg gültige Definition der Zeitung geben, eine, die etwas Zeitenüberschreitendes über Form und Inhalt ihrer Produktions- und Rezeptionsgeschichte erzählt?“ (H.Neß in DD8.12.)


Zeitung
(siehe auch oben unter „400 Jahre Zeitung“)

Zeitungs-Fragen (K.J. Northrup in ZT1):
– Was wird 2005 im Publishing-Sektor das beherrschende Thema sein?
– In welche Schlüsseltechnologien sollte ich in diesem Jahr investieren?
– Wo bieten sich in den nächsten zwölf Monaten die besten Kosteneinsparungsmöglichkeiten?
– Was sollten wir zum jetzigen Zeitpunkt in punkto Medienkonvergenz unternehmen?
– Sollte ich 2005 auf ein Kompaktformat umstellen?
– Welchen Schritt muss meine Online-Sparte als Nächstes gehen?
– Wie kann ich aus dem Geld, das ich in diesem Jahr in Marktforschung investieren werde, den größten Nutzen ziehen?

Zeitungsverlage im Wandel? (Zitate aus ZT4 mit dem Schwerpunktthema „Neue Titel“) „Noch nie wurden weltweit so viele neue Zeitungen auf den Markt gebracht – Anzeichen für eine Verlagsbranche im Wandel.“ Aber: „Es scheint, als ob die Anzahl der Normalbürger, die Nachrichten und Meinungen im Web veröffentlichen, zunimmt“ (C.Kamaras) und „Citizen-Journalism – Mitreden ist angesagt“ (V.Arnould). Schließlich ein Rollenspiel „Wer sind wir?“ mit dem Fazit: „Medienkonvergenz ist der logische Schritt für den Vermittler von Informationen, der auch künftig noch ein Publikum haben will.“ (U.Haagerup)

Der britische Verleger Rupert Murdoch über die Situation der US-Zeitungsindustrie: „US-Verleger haben die Internetrevolution verschlafen und haben eine unerklärliche Selbstgefälligkeit. Wenn die Verlage sich nicht bald etwas einfallen lassen, werden Zeitungen zu Nischenblättern für Senioren.“
„Was müssen wir ,digitalen Einwanderer‘ tun, damit wir für die ,digitalen Eingeborenen‘ relevant sind?“ (Verleger Rupert Murdoch am Konvent der American Society of Newspapers)

Trend zum Tabloid-Format: Die WAN verzeichnet im Jahr 2004 56 Umstellungen zum Tabloid-Format. „WAN-Zahlen zufolge werden heute 36% der Zeitungen im kompakten Format publiziert, was einer Zunahme um 2% innerhalb von 12 Monaten entspricht.“ (ZT8-9) Aber: „Ich glaube nicht, dass das Tabloid-Format die Verlage rettet, zumal junge Leute ihr Informationsbedürfnis meist im Internet stillen.“ (Ralf-Dieter Brunowsky, Gründer der BrunoMedia-Gruppe und Vorsitzender der Kölner Journalistenschule, in DR7).

2005, das Jahr der Weichenstellung für den Zeitungsdruck (G.Bergmann in DD3.2.): „Für die Zeitungsbranche, üblicherweise Vorreiter bei der Umsetzung neuer Techniken in der grafischen Industrie, ist 2005 das Jahr der Weichenstellung. Waren die ersten sechs Platten breiten Zeitungsmaschinen bei Tamedia (KBA) und A. Beig (MAN Roland) zwar imposant in ihren Dimensionen, aber im Wesentlichen ,konventionelle‘ Technik, müssen sich nun mehrere, lang angekündigte und gern als ,bahnbrechend‘ bezeichnete Technologien in der Praxis bewähren.
Computer to Press stellt Wifag mit ihrer ,Evolution‘-Baureihe in Aussicht. Das Bebildern der Platten innerhalb der Maschine wird bisher allerdings nur im Rahmen von Testaufträgen realisiert. Agfa, der Entwicklungspartner im Falle des ,Evolution‘-Erstkunden ,NZZ‘, arbeitet noch an der Praxisreife der ,prozesslosen Platte‘.“
Zur Entwicklung der kompakten KBA-Wasserlos-Rotation „Cortina“: „Nach dem ,Beta-Test der ersten doppeltbreiten Maschine bei Reiff in Offenburg werden 2005 gleich mehrere ,echte‘ Praxisinstallationen realisiert – die erste schon in wenigen Wochen im benachbarten Holland. Noch nicht ganz so weit ist Goss mit seinem ,Flexible Printing System‘, von dem immerhin eine Vorführmaschine im englischen Werk Preston existiert.“
Fazit: „Der Wettstreit der Systeme ist entbrannt. Manche haben sich schon entschieden, viele andere zögern anstehende Investitionen aber noch hinaus und beobachten lieber, was sich in der Praxis bewährt. Wer will sich schon gern auf 20 Jahre festlegen – um dann festzustellen, dass er auf dem falschen Dampfer ist?“

Hybrid-Antrieb für Zeitungen (T.Fasold in PQ10): „Die gerade in Frankfurt zu Ende gegangene Internationale Automobilausstellung hatte ein großes Thema: Wie kann die durch steigende Benzinpreise sinkende Autofahrfreude durch Kombinationsantriebe (Hybrid) wieder aufgeputscht werden? Eine ähnliche Frage stellt sich für Zeitungsverlage. Die Lesefreude bei der nach wie vor größten Print-Gattung nimmt ständig ab, und das Anzeigengeschäft stagniert. Welche Lösungen dagegen könnte es geben? Hybride Informations- und Anzeigenangebote!
Der ,Antrieb‘ zu hybriden Informationsangeboten ist bei deutschen Zeitungshäusern schon lange gegeben: BTX, Privatfunk, Anzeigenblätter, Internetportale – Informations- und Geschäftsmodelle, die mit mehr oder weniger Erfolg praktiziert werden. Jetzt kommt aus verschiedenen Richtungen neuer Schwung in die mit Print-Produkten verflochtene Medienszene. Springer will mit der Übernahme von Pro Sieben Sat 1 zum großen TV-Anbieter werden. Große deutschsprachige Zeitungsverlage, u.a. Springer und die schweizerische Ringier-Gruppe, haben offensichtlich konkrete Pläne, in Heim- oder Auslandsmärkten kostenlose Pendlerzeitungen einzuführen. Und die deutschen Großverlage Springer, Holtzbrinck und WAZ wollen als Konkurrenz zur Post in die nationale Briefzustellung einsteigen.
Zwei der angestrebten Geschäftsmodelle haben wenig mit Print zu tun, stellen aber eine sinnvolle Verknüpfung dar. Eine Kombination aus Anzeigengeschäft für Zeitung, Zeitschriften und TV scheint plausibel, insbesondere für einen Verlag wie Springer, der überregional tätig ist. Briefzustellung durch Unternehmen, die durch ihr Tageszeitungsgeschäft sowieso über große Zustellorganisationen verfügen, scheint ebenfalls Sinn zu machen.
Kostenlose Pendlerzeitungen waren bei deutschen Zeitungsverlagen bislang aber eher unbeliebt … Wenn man in Paris oder Zürich den öffentlichen Nahverkehr nutzt, fällt auf, dass gerade auch junge Leute darin lesen. Das wäre doch genau die Zielgruppe, die etablierte Tageszeitungen wieder gewinnen wollen für ihre Hochqualitätsprodukte. Es ist an der Zeit, dass auch in Deutschland die Vorbehalte gegen die Gratisblätter fallen.
Hybride Konzepte für Anzeigenvermarktung und Leserbindung könnten der Branche einen neuen Antrieb verleihen und das Ansehen von Printprodukten auffrischen.“

Fakten aus der Zeitungswelt 2005 (Quelle: World Association of Newspapers, „World Press Trends 2006“):
– Im Jahr 2005 ist bei den zahlungspflichtigen Zeitungen in 35% der untersuchten Länder eine Auflagensteigerung zu verzeichnen. Daraus ergibt sich für die letzten fünf Jahre ein Zuwachs von 28%. Die kostenlosen Blätter steigern gegenüber 2004 ihre Auflage in 54% der Länder.
– Über 439 Mio. Menschen kaufen Tag für Tag eine Zeitung. Im Jahr 2001 waren es nur 414 Mio. Die Zahl der Leser liegt schätzungsweise bei über einer Milliarde pro Tag.
– 7 von 10 der 100 meistverkauften Tageszeitungen der Welt werden inzwischen in Asien verlegt. Von den Top 100 entfallen 62 Titel auf China, Japan und Indien.
– Die 5 größten Zeitungsmärkte der Welt sind China mit 96,6 Mio., Indien mit 78,7 Mio., Japan mit 69,7 Mio., die USA mit 53,3 Mio. und Deutschland mit 21,5 Mio. verkauften Exemplaren täglich. Während sich der Absatz in China und Indien im Jahr 2005 erhöht, geht er in Japan, den USA und Deutschland zurück.
– Die verkaufte Auflage steigt in Asien um 1,7%, in Südamerika um 3,7% und in Afrika um 0,2%. Sie fiel um 0,2% in Europa, um 2,5% in Nordamerika und um 2% in Australien und Ozeanien. Der Rückgang in Nordamerika betrifft in erster Linie die Abendzeitungen.
– In China läuft der Zeitungsabsatz weiterhin gut. Im Jahr 2005 ist ein Zuwachs von 8,9%, im Zeitraum 2001 bis 2005 eine Steigerung von 18% zu verzeichnen.
– In Indien legen die Zeitungsverkäufe im Jahr 2005 um 7% und im Fünfjahreszeitraum 2001 bis 2005 um 33% zu.
– Die Anzeigenerlöse verzeichnen 2005 den höchsten Zuwachs seit vier Jahren und steigen um 5,7%; im Jahr 2004 konnten sie 5,3% zulegen.

Die besten Zeitungen der Welt (laut einer Erhebung der Internationalen Medienhilfe, zitiert in ZT8-9): 1. „Financial Times“, Großbritannien; 2. „The Wall Street Journal“, USA; 3. „Frankfurter Allgemeine“, Deutschland; 4. „Le Monde“, Frankreich; 5. „Neue Zürcher Zeitung“, Schweiz; 6. New York Times“, USA; 7. „International Herald Tribune“, Frankreich; 8. „Asahi Shimbun“, Japan; 9. „El País“, Spanien; 10. „Corriere della Sera“, Italien.


Das Buch

Essbare Bücher
(Einladung des Museums der Arbeit): „Auf der ganzen Welt feiern Bücherfreunde am 1. April die ,Teestunde des essbaren Buches‘. In Hamburg trifft man sich dazu um 15 Uhr im Museum der Arbeit (www.museum-der-arbeit.de). Die Bücherbackwerke werden zunächst fotografiert und über http://colophon.com/edible-books/weltweit verbreitet, bevor sie ab 16 Uhr bei Kaffee und Tee gemeinsam verzehrt werden. Dazu spricht der niederländische Buchkünstler Joop Visser über die Einverleibung von Wissen: ,Nimm und iss – a literate’s dinner in the Netherlands‘. Freien Eintritt haben alle, die ein essbares Buch mitbringen.“

Book on Demand – Fazit einer Vergleichsumfrage: „Digitale Drucksysteme und die kleinauflagige Buchproduktion liegen nicht zwingend auf derselben Wellenlänge. Es gibt Beispiele aus der Offsetdruckanwendung, wo durch Formatdisziplin Bücher schon mit 200 und 300 Auflage dem Preisvergleich mit dem Digitaldruck standhalten. Es ist der einzelnen Auftragsgröße oder Verlags- bzw. Firmenphilosophie zuzuschreiben, ab welcher Stückzahl Einsparungen mit Kleinauflagen zu Buche schlagen.“ (H.Pfeiffer in DD14.7.)

Buch im Abwind: „Glaubt man jüngsten Umfragen, dann steht es nicht gut um das Medium Buch. Kinder, also die erwachsenen Käufer von morgen, lesen immer seltener in Büchern. Das kommt nicht von ungefähr, denn gegenüber 1995 hat sich die Anzahl der Elternhäuser, die ihre Kinder zum Lesen animieren, glatt halbiert. Auch in der Gesamtbevölkerung hat parallel dazu die tägliche Buchlektüre um mehr als 50% abgenommen.
Alarmierend ist nebenbei: Die Zahl der notorischen Bücherverweigerer stieg seit 1992 um 40%. Während der Handel mit Taschenbüchern und Hardcovern im September Umsatzrückgänge zwischen 3 und 6% gegenüber dem Vormonat hinnehmen musste, erzielten Hörbücher in demselben Zeitraum ein Umsatzplus von 18,5%. In unserer mobilen Gesellschaft machen es CD-Player ünd MP3-Player den ,Lesern‘ einfach, Literatur zu genießen. Und kein ,Literaturhörer‘ muss mehr Angst haben, als Kulturbanause abgestempelt zu werden. Hat doch selbst Günter Grass unlängst darauf hingewiesen, dass das Hören von Literatur der ursprünglichere Kunstgenuss ist.“ (Editorial B.Niemela in DD3.11.)

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